Rechtsform Limited
Die Unternehmensform für Kleine

Viele junge Start-Up-Unternehmer haben zwar eine gute Idee, aber kaum Eigenkapital. Weil das Geld fehlt gründen sie darum keine deutsche GmbH, sondern eine englische Limited. Theoretisch braucht man dafür nur ein britisches Pfund. Doch die Rechtsform zum Discountpreis birgt einige Risiken.

Als Ramin Ziai und John Minah ein Startup gründen wollten, hatten beide jeweils rund 5 000 Euro flüssig – zu wenig für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Also entschieden sie sich für eine britische Limited, bei der theoretisch bereits ein einziges britisches Pfund als Startkapital genügt. (Link zu Film: Limited)

Heute leiten die beiden Freunde die „Portal United Limited“, ihre Geschäftsräume sind im Kölner Mediapark, ihr offizieller Sitz befindet sich im englischen Birmingham. Sie betreiben die Seite blauarbeit.de, ein Internetportal, auf dem die User kostenlos nach Handwerkern suchen und ihre Auftragsbeschreibung für jedermann sichtbar ins Netz stellen. Handwerker können gegen Gebühr darauf direkt reagieren, statt wie bisher darauf zu warten, dass sich ein Kunde bei ihnen meldet. Das Portal verzeichnet 220 000 User im Monat; das Unternehmen kooperiert mittlerweile mit den Gelben Seiten und schreibt schwarze Zahlen.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs ebnete im November 2002 den Limiteds den Weg: Seitdem können sämtliche europäischen Unternehmensformen in jedem EU-Staat gegründet werden. Das hat auch der Bundesgerichtshof im März 2003 bestätigt. Bereits über 40 000 solcher Limiteds gibt es allein in Deutschland. Ähnlich wie bei der GmbH ist die Haftung bei ihr beschränkt – die Gesellschafter müssen nur mit dem Vermögen gerade stehen, das sie zuvor in ihr Unternehmen eingezahlt haben.

Doch eine Limited bringt auch erhebliche Nachteile mit sich. So müssen Ziai und Minah nicht nur ihren offiziellen Firmensitz in Birmingham unterhalten, sondern auch für die britischen Behörden bilanzieren und jährlich einen Statusbericht verfassen. Das größte Manko der britischen Rechtsform ist jedoch ihr schlechter Ruf: „Die Limited krankt an einem latenten Vertrauensdefizit“, sagt der BWL-Juniorprofessor David Müller, der an der TU Ilmenau Studenten bei der Gründung von Unternehmen berät. Gerade weil eine Limited von nahezu jedermann gegründet werden könne, stoße sie in Deutschland oft auf Skepsis.

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