Rechtsschutzmarkt
ARAG plant Stellenstreichungen

Deutschlands drittgrößter Rechtsschutz- Versicherer ARAG reagiert auf den stagnierenden Inlandsmarkt mit Umstrukturierung und Arbeitsplatzabbau.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Die Versicherungswirtschaft ist keine Glitzerbranche mehr. Sie ist auf dem harten Boden der wirtschaftlichen Realität angekommen", sagte der Vorstandschef der ARAG, Paul-Otto Faßbender, am Freitag in Düsseldorf. Die Branche befinde sich nicht in einer kurzfristigen Krise, sondern in einem tief greifenden Strukturwandel. Im Versicherungssegment Rechtsschutz werde die Durststrecke im Inland 2003 wahrscheinlich weiter gehen.

Die Beitragseinnahmen im deutschen Rechtsschutz-Markt würden 2002 voraussichtlich rund 2,7 Milliarden Euro umfassen, prognostizierte der ARAG-Chef. Das bedeute Stagnation im zweiten Jahr in Folge. Als Ursachen sieht er die schwache Konjunktur sowie Mehrbelastungen der Bundesbürger an anderen Stellen. Die Pläne und Entscheidungen der Bundesregierung könnten weiter konsumblockierend wirken. ARAG wolle auf das veränderte Konsumverhalten mit neuen, auf den kleinen Geldbeutel zugeschnittenen Produkten reagieren. Es sei damit aber kein Preiskampf geplant. Die rechtliche Versorgungslücke werde tendenziell eher größer als kleiner werden.

Einsparungen von 50 Millionen Euro pro Jahr geplant

Der nicht börsennotierte ARAG-Konzern werde 2002 ein Ergebnis erzielen, das in der Nähe der Gewinn- und Verlustgrenze liegen werde. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 16 Millionen Euro Überschuss erzielt. Als Gründe des Rückgangs wurden schwache Kapitalmärkte, Investitionen und Umbaukosten genannt. Der Kernbereich Rechtsschutz werde trotz sinkender Beitragseinnahmen im Inland 2002 ein Ergebnis nach Steuern von etwa 20 Millionen Euro erwirtschaften. Die Beitragseinnahmen aller ARAG-Versicherungsgesellschaften steigen 2002 voraussichtlich um 3,4 Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Die Konzernstrukturen sollen verschlankt und die bisherige Rechtsschutz-Sparte zur Dachholding werden. Der Konzern will mit dem Umbau ab 2005/2006 pro Jahr 50 Millionen Euro einsparen. Wie viel Arbeitsplätze wegfallen, wurde nicht genannt. Der ARAG-Konzern hat rund 4200 Mitarbeiter.

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