Rechtsstreit um das Antibiotikum Augmentin
Novartis und Glaxo Smith Kline einigen sich

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis und Glaxo Smith Kline haben einen Rechtsstreit um das Antibiotikum Augmentin mit einem Vergleich beigelegt. Novartis wird laut Angaben vom Donnerstag für seine in den USA unter dem Namen AmoxC vertriebene Generika-Version des Glaxo-Präparates künftig Lizenzzahlungen an den britischen Konkurrenten leisten.

Reuters ZÜRICH. Während vier Jahren, von Juli 2002 bis Ende Juni 2006, werde Glaxo Smith Kline Zahlungen im einstelligen Prozentbereich für die künftigen AmoxC-Verkäufe in den USA erhalten, hiess es.

Über die weiteren Einzelheiten des Vergleichsvertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Die International Trade Commission (ITC) und die Verwaltungsrichter der Staatsgerichte Colorado und North Carolina, bei denen Glaxo Smith Kline geklagt hatte, müssten der Vereinbarung noch zustimmen.

Der Vergleich betrifft von Glaxo Smith Kline geltend gemachte Geschäftsgeheimnisse; angeblich soll ein Bakterienstamm für die Produktion gestohlen worden sein. Der ebenfalls hängige Augmentin-Patentstreit, in dem noch nach der Berufungsverhandlung vom 5. März eine Entscheidung in diesem Jahr erwartet wird, ist davon nicht betroffen.

Novartis wollte das Risiko vermindern und zusätzliche juristische Kosten sparen, sagte ein Novartis-Sprecher auf Anfrage. "Der Vergleich wird unseren Gewinn pro Aktie in diesem Jahr nicht beeinflussen," sagte er. Das Novartis-Generikum ist seit Juli 2002 in den USA am Markt. Angaben zum Umsatz wollte der Sprecher nicht machen.

Analysten zeigten sich überrascht von dem Vergleich. "Wir hatten nicht erwartet, dass GSK in dieser Sache durchdringt," schrieb Patrick Burgermeister, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, im täglichen Marktkommentar der Bank. "Das ist unerwartet und leicht positiv für GSK und leicht negativ für Novartis, aber es ist unwahrscheinlich, dass es eine der beiden Aktien merklich bewegt," schrieb Lehman Brothers-Analyst Kerry Heath in einer Notiz. Die Zahlungen seien für beide Konzerne unbedeutend. Bei der Bank Pictet hiess es, dass Novartis in dem Fall wohl "taktische Zugeständnisse" gemacht haben dürfte.

An der Börse notierten die Novartis-Aktien gegen 14.20 Uhr 0,2 % höher bei 52,50 sfr. Der Gesamtmarkt tendierte 0,1 % leichter und der DJ StoxxHealthcare-Index lag 0,2 % im Minus. Die Glaxo Smith Kline-Titel verloren in London 1,7 % auf 11,87 Pfund.

Der Patentschutz für Augmentin in den USA ist im Mai 2002 ausgelaufen. Der Umsatz mit dem Präparat ist im Vorjahr um 14 % auf 1,2 Mrd. Pfund Sterling (rund 2,6 Mrd. sfr) gesunken. Dabei waren im dritten Quartal die Verkäufe um 24 % und im vierten Quartal um 31 % zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres sackten die Verkäufe um 42 % ab und Augmentin rutschte auf Platz drei von zuvor zwei der Glaxo Smith Kline-Rangliste ab.

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