Rechtsvertreter einer Ex-Geliebten will Anzeige erstatten
Anwalt droht Condit in Levy-Affäre mit rechtlichen Schritten

Erstmals seit dem Verschwinden der Praktikantin Chandra Levy vor vier Monaten drohen dem US-Abgeordneten Gary Condit rechtliche Schwierigkeiten. Er werde gegen Condit wegen dessen öffentlicher Äußerungen über seine Mandantin Klage einreichen, sagte der Anwalt Jim Robinson am Sonntag in der US-Sendung "Fox News Sunday". Robinson vertritt die Stewardess Ann Marie Smith, die eigenen Angaben zufolge selbst eine zehnmonatige Affäre mit Condit hatte.

afp WASHINGTON. Smith behauptet, Condit habe sie zwingen wollen, ihre Liebesbeziehung in einer eidesstattlichen Erklärung zu leugnen, als die Polizei Ermittlungen im Fall Levy aufnahm. In seinem ersten Fernsehinterview am Donnerstag mit dem Sender ABC bezeichnete Condit dies als "absolute Lüge". Smith schlachte "diese Tragödie" lediglich aus, um Bekanntheit und Geld zu erlangen.

Condit habe "Schreckliches" über seine Mandantin gesagt, erklärte Robinson. Er sei deshalb gezwungen, gegen ihn vorzugehen. Voraussichtlich werde er bereits am Montag aktiv werden. Worauf die Klage lauten soll, ließ der Jurist zunächst offen. In einem lange erwarteten Interview hatte der Familienvater Condit am Donnerstag erstmals öffentlich seine Affäre mit Levy zugegeben. Er habe fünf Monate lang eine "enge private Beziehung" mit der Praktikantin gehabt, die er aus Rücksicht auf seine Familie jedoch nicht näher beschreiben wolle. Wörtlich sagte er: "Ich bin seit 34 Jahren verheiratet und kein perfekter Mann. Ich habe meine Fehler gemacht."

Besonders pikant an der Affäre ist, dass der Demokrat Condit zu den schärfsten Kritikern des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gehörte, als dessen Beziehung zur Praktikantin Monika Lewinsky bekannt wurde. Seine bigotte Haltung und seine erwiesenen Lügen gegenüber der Polizei bringen den 53-Jährigen Abgeordneten zunehmend auch politisch in Bedrängnis: Einer Umfrage der Lokalzeitung "The Modesto Bee" zufolge würden ihn über die Hälfte der Wähler in seinem Bezirk Kalifornien derzeit nicht wiederwählen; 54 Prozent glauben, dass er der Polizei noch nicht die ganze Wahrheit über Levys Verschwinden gesagt habe.

Levy war im vergangenen Jahr für ein Praktikum in die Hauptstadt Washington gekommen und hatte dabei Condit kennengelernt. Nach Ende ihres Praktikums wurde sie zuletzt am 30. April gesehen, seitdem ist sie spurlos verschwunden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Condit bestreitet, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben. Bei der Polizei, die seine Wohnung durchsuchte und ihn bislang vier Mal vorlud, steht er offiziell nicht unter Verdacht. Bei seiner Vernehmung hatte Condit die Praktikantin zunächst nur als "gute Freundin" bezeichnet.

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