Rede an der Universität Freiburg
Fischer: Deutschland braucht Frankreich als Partner

ap FREIBURG. Bundesaußenminister Joschka Fischer hat angesichts der Meinungsverschiedenheiten in den deutsch-französischen Beziehungen betont, dass Deutschland auf die Partnerschaft mit Frankreich angewiesen sei. Fischer sagte laut Redemanuskript am Dienstag in Freiburg, Europa gründe auf der Verständigung der beiden Länder und auf deren Partnerschaft. "Diese Beziehung ist nicht austauschbar, und das wird auch für die Zukunft der europäischen Integration gelten." Die Erweiterung der EU sei zugleich historische Chance und politische Notwendigkeit.

Der Grünen-Politiker sagte bei seiner Rede vor Studenten der Universität Freiburg, die Vollendung der europäischen Integration, die er sich als Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft wünsche und für die sich die Bundesregierung einsetze, "kann und wird nur gelingen, wenn Frankreich und Deutschland sie zu ihrer gemeinsamen Sache machen." Hierin liege die alternativlose Bedeutung des deutsch-französischen Verhältnisses im 21. Jahrhundert, neben der Notwendigkeit der guten und engen Nachbarschaft.

"Partner kann nur Frankreich sein" Das bedeute aber auch, ohne enge europäische und transatlantische Partnerschaft rufe Deutschland allzu schnell Reserviertheit und Skepsis hervor. "Dieser Partner kann bei der Vollendung der europäischen Integration für uns nur Frankreich sein", sagte der Grünen-Politiker.

Fischer erklärte, er wolle aber auch der Ansicht entgegentreten, dass allein Deutschland wirtschaftlich von der Erweiterung profitiere. Es sei an der Zeit, alte Klischees abzulegen und die ökonomischen Realitäten zu sehen. Die mit Deutschland so eng verflochtene französische Volkswirtschaft sei in den letzten Jahren deutlich dynamischer als die Deutsche gewesen.

Eine Verweigerung der EU gegenüber den Demokratien Mittel- und Osteuropas würde die Idee der Integration unweigerlich aushöhlen und schließlich zu zerstören drohen, sagte Fischer. "Diese Länder dem alten Gleichgewichtssystem mit seinen nationalen Orientierungen, seinen Koalitionszwängen und der klassischen Interessenpolitik zu überlassen, würde Europa dauerhaft zu einem Kontinent der Unsicherheit machen." Die Kriege auf dem Balkan sollten Mahnung genug sein. Die Erweiterung der EU bedeute deshalb mehr Sicherheit, mehr Wohlstand für alle Mitgliedstaaten, heutige und künftige.



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