Rede von Fed-Chef Greenspan lässt Spannung aus dem Markt
Euro stabilisiert sich

Der Euro hat sich am Mittwoch im frühen europäischen Handel in einem impulslosen Geschäft bei Werten um 92 US-Cents stabilisiert. Händler sagten, nach der Anhörung von US-Notenbankchef Alan Greenspan vor dem Bankenausschuss des US-Senats am Dienstag sei die Spannung nun erst einmal aus dem Markt.

Reuters FRANKFURT. Nach den verhalten optimistischen Äußerungen Greenspans zur US-Konjunktur hatte die Gemeinschaftswährung ihre Verluste zuvor bis auf 91,70 US-Cents ausgeweitet. "Der Euro ist gestern deutlich unter die wichtige Marke von 0,9250 $ gerutscht. Technisch gesehen könnte er daher heute noch etwas weiter runter laufen", sagte ein Währungsanalyst der DG Bank in Frankfurt. Fundamental seien dagegen keine Impulse zu erwarten. Der Yen wurde unterdessen von Spekulationen über einen Rücktritt des unpopulären japanischen Ministerpräsidenten Yoshiro Mori gestützt.

Gegen 10.05 MEZ notierte der Euro mit 0,9191/96 $ nach 0,9198/03 $ am Vorabend in New York. Zur japanischen Währung notierte der $ mit 116,80/85 Yen nach 116,66/76 Yen zum US-Schlusskurs am Vorabend.

Entwicklung der US-Konjunktur im Fokus

Mittelpunkt der Aufmerksamkeit an den Devisenmärkten bleibt Analysten zufolge weiter die Entwicklung der Konjunktur in den USA. Greenspan hatte bei seiner Anhörung gesagt, die US-Wirtschaft werde sich zunächst weiter abschwächen, jedoch nicht in eine Rezession abgleiten. Die Fed erwarte eine Erholung der US-Konjunktur in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Analysten sagten jedoch, dieser verhalten positive Ausblick werde an der zurzeit eher negativen Grundstimmung gegenüber der US-Konjunktur nichts ändern. "Niemand wird überrascht sein, wenn das laufende Datenmaterial in den kommenden Wochen negativ bleibt", heißt es in einem Marktkommentar der HypoVereinsbank. Die überraschend starken US-Einzelhandelsumsätze vom Vortag seien "positive Ausreißer", die derzeit mit leichten Dollarzukäufen quittiert würden. An Konjunkturdaten aus den USA werden gegen 14.30 Uhr MEZ die US-Lagerbestände für Januar erwartet. Wichtiger scheint den Analysten jedoch der Philly-Fed-Index zu sein, der am Donnerstag veröffentlicht wird.

Darüber hinaus dürften auch die Rohstoffpreise und die Reaktionen an der US-Aktienbörse und hier vor allem die Technologiewerte sein, schreiben die HypoVereinsbank-Analysten weiter.

Daten aus der Euro-Zone seien dagegen derzeit nach wie vor von untergeordnetem Interesse. Der Euro reagierte dementsprechend kaum auf die am Morgen veröffentlichten deutschen Großhandelspreise. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sanken die Preise im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % nach minus 0,3 % im Vormonat. Im Jahresvergleich verlangsamte sich der Preisanstieg auf 3,8 % nach 5,1 % im Dezember. Der Yen konnte am Mittwoch verstärkte Aufmerksamkeit auf sich ziehen, nachdem sich Spekulationen über einen Rücktritt von Mori verstärkt hatten. Die Spekulationen hätten den Yen zwar etwas gestützt, hieß es. Auf der anderen Seite lasteten jedoch die eingetrübten Konjunkturaussichten auf der japanischen Währung.

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