Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan half den Märkten
Europäische Börsen noch einmal davongekommen

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag den sich zu Mittag abzeichnenden gravierenden Kurssturz vermieden und die Verluste zum Schluss in Grenzen halten können. Der DJ Stoxx50-Index stieg um 0,3 Prozent auf 2659 Zähler.

Reuters LONDON. Auch eine Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan half den Märkten. Greenspan sagte vor einem Senatsausschuss, die jüngsten Daten deuteten auf eine Konjunkturerholung hin und die US-Wirtschaft habe die jüngsten Bilanzskandale bisher relativ gut weggesteckt. Dass wichtigste Aktienindizes in der Minuszone verharrten, lag nach Händlerangaben überwiegend an den Pharmarisen Glaxo und Novartis, die die europäische Verliererliste anführten. Zu Mittag hatten eine ganze Reihe von Börsen den tiefsten Stand seit mehreren Jahren verzeichnet und der DJ Stoxx50-Index hatte mit einem vorübergehenden Verlust von mehr als fünf Prozent ein Jahrestief verbucht.

Vor allem Versicherungs-, Öl- und Pharmawerte standen unter Druck. Die Stimmung wurde dann etwas besser als an Wall Street nicht der Kurseinbruch stattfand, der aufgrund der Indexfutures befürchtet werden konnte. Eine Reihe recht guter US-Wirtschaftsdaten und gute Zwischenabschlüsse von General Motors, Merrill Lynch und Johnson & Johnson verbesserten die Stimmung. Schwach schlossen neben dem Gesundheitsbereich noch die Sektoren Nahrung und Getränke sowie Medien. Deutlich zulegen konnten Autowerte wie etwa DaimlerChrysler.

LONDON - Die Londoner Börse hat am Dienstag das erste Mal nach einer sechstägige Verlustserie wieder fester geschlossen. Der FTSE-100-Index stieg um 0,7 Prozent auf 4022 Zähler. Nach anfangs starken Verlusten half die Greenspan-Rede dem Markt, sich von einem Sechsjahre-Tief zu lösen und dann ins Plus. Die Brokerwerte Amvescap und Schroders schnellten um 7,4 und 10,5 Prozent nach oben. Verschiedene Banktitel wie HBOS , Standard Chartered oder Abbey National sahen dagegen Kursverluste. Die Aktien von Pharmariese GlaxoSmithKline gaben 2,4 Prozent nach. Die früher als erwartete Lancierung von Generika das Glaxo-Antibiotikums Augmentin belastete.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien haben nach der düsteren Vorwoche den Abwärtstrend in dieser Woche verstärkt fortgesetzt. Nach dem über vierprozentigen Minus vom Montag sackte der Standardwerteindex SMI-Index mit minus 2,5 Prozent auf 5225,3 Punkten erneut ab. Händler sprachen von einem kleinen Sell-Off. Davon zeuge, dass sich auch bislang stabile Werte wie Novartis, Nestle oder SGS unter die Verlierer reihten. Zu den Abgebern gehörten insbesondere auch Versicherungsgesellschaften. Bei den defensiven Schwergewichten verloren Roche und Novartis 3,3 beziehungsweise 3,4 Prozent. Nestle fielen um 4,2 Prozent. Die am Vortag arg unter die Röder gekommenen Kudelski schlossen 1,5 Prozent fester.

PARIS - Die französischen Aktien notierten nach einer volatilen Sitzung belastet von Carrefour und TotalFinaElf schwächer. Der CAC-40-Index verlor 0,1 Prozent auf 3318 Punkte. Die Titel des Einzelhändlers Carrefour büssten 4,7 Prozent ein und die des Erdölkonzerns TotalFinaElf verloren 2,3 Prozent. Der schwache US-Dollar habe den beiden Titeln zu schaffen gemacht, hiess es. Tagesgewinner waren France Telecom mit plus 7,3 Prozent und Suez, die 7,9 Prozent kletterten.

FRANKFURT - In Frankfurt notierte der Dax-Index im späten Handel um 1,7 Prozent fester bei 3977 Zählern. Im Zentrum waren Deutsche Telekom, die nach dem Rücktritt von CEO Ron Sommer und der Berufung von Helmut Sihler zum Vorstandsvorsitzenden des Telekomkonzerns sechs Prozent kletterten. Auch die Aktien von DaimlerChrysler verbuchten nach Spekulationen um eine bevorstehende Anhebung der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr ein kräftiges Kursplus.

BENELUX - Die Benelux-Börsen schlossen schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index sank um 1,1 Prozent auf 364 Punkte und der Brüssler Bel20-Index fiel um ein Prozent auf 2241 Zähler. Erdölschwergewicht Royal Dutch lastete mit einem Minus von weiteren 1,9 Prozent auf dem Markt. Händler verwiesen auf das Herausfallen der Titel aus dem Standard & Poor-Index . Philips waren dagegen nach Vorlage von besser als erwarteten Quartalszahlen um 1,3 Prozent fester.

MAILAND - In Mailand legte der Mib30-Index unterstützt von Kursgewinnen vor allem im Telekomsektor 0,5 Prozent auf 25.233 Punkte zu. Telecom Italia stiegen um 4,4 Prozent und Olivetti gewannen 5,1 Prozent. Banktitel notierten uneinheitlich und die Titel des Luxusgüterkonzerns Bulgari gaben 3,5 Prozent nach.

MADRID - An der Madrider Börse stützten vor allem Telefonica den Ibex 35-Index, der unverändert mit 6421 Zählern schloss. Die jüngst gebeutelten Telefonica-Titel kletterten 5,2 Prozent und konnten Verluste von Bankwerten und Versorgern ausgleichen. Gas Natural sanken um 3,3 Prozent.

SKANDINAVIEN - Die skandinavischen Börsen schlossen bei Verlusten von Forst-, Pharma- und Finanztiteln schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index verlor 0,7 Prozent auf 249 Punkte. Der schwache US-Dollar lastete auf verschiedenen Werten, sagten Händler. Die Titel des Börsenbetreibers OM sanken nach Vorlage eines pessimistischen Geschäftsausblick um 8,5 Prozent. Die Marktschwergewichte Nokia und Ericsson schlossen dagegen im Plus.

WIEN - Der ATX-Index der Börse Wien büsste ein Prozent auf 1200 Zähler ein. Unter den zwanzig Standardwerten schlossen einzige Erste Bank und Generali im Plus. Grösster Verlierer waren Austrian Airlines mit minus 6,7 Prozent. Händler führten dies auf den Abschluss des Aktienrückkaufprogrammes bei AUA zurück.

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