Rede vor dem "Atomrechtssymposium"
Trittin will bei konkreter Gefahr Atomreaktoren abschalten

Deutsche Atomkraftwerke sollen nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin abgeschaltet werden, wenn ein terroristischer Anschlag droht. Trittin machte am Dienstag in Berlin deutlich, dass die Anlagen einem Flugzeuganschlag, vergleichbar denen auf das World-Trade-Center und das Pentagon - nicht standhalten könnten.

ap BERLIN. Ein vorübergehendes Herunterfahren beseitige das Risiko zwar nicht vollständig, "minimiere aber das große Problem, dass es zu einer unbeherrschbaren Kettenreaktion kommt", sagte Trittin im ARD-Morgenmagazin.

In einer Rede vor dem "Atomrechtssymposium" in Berlin sagte der Grünen-Politiker, nach den gegenwärtigen Erkenntnissen drohten Deutschland aktuell keine terroristischen Angriffe auf kerntechnische Anlagen. Die Terroranschläge in New York und Washington zeigten jedoch, dass eine neue Dimension terroristischer Gewalt Realität geworden sei. Deshalb müssten der "Stand der aktuellen Sicherungs- und Sicherheitsvorkehrungen gegen Terroranschläge dieser Dimension" festgestellt werden sowie Maßnahmen überlegt werden, die im Falle einer verschärften Gefahrenlage mehr Sicherheit böten. "Wenn die Innenbehörden einen terroristischen Anschlag für möglich halten, werden die Landesumweltminister und der Bundesumweltminister zu entscheiden haben, ob einzelne oder alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen. Ich schließe ausdrücklich in diesem Zusammenhang nichts aus," betonte Trittin.

Er unterstrich, Sicherheit werde vor allem durch den beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie geschaffen. "Ein Windfeld ist kein Angriffsziel für einen Terroranschlag." Auch müssten die im Oktober letzten Jahres beschlossenen Sicherheitsmaßnahmen konsequent durchgesetzt werden.

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