Rede vor Zehntausenden Anhängern
Obama und der amerikanische Traum

80 000 kamen und sie sahen das grandiose Fest, das ihnen versprochen worden war. Es gab Musik und Feuerwerk, flammende Reden und anrührende, es gab die La-Ola-Welle und Zeitvertreib per SMS. Und schließlich lieferte ein gut aufgelegter Barack Obama eine Ansprache, die zahllose Menschen mitriss.

HB DENVER. Vielen afro-amerikanischen Besuchern des Mile High-Football-Stadions in Denver standen die Tränen in den Augen, als Obama sagte, dass er die Nominierung annehme. Erstmals in der Geschichte der USA geht damit ein schwarzer Politiker ins Rennen um das höchste Amt in den USA.

Als Obama gegen 20 Uhr Ortszeit (4 Uhr deutsche Zeit) die Bühne betritt, tut er dies mit der Leichtigkeit und Souveränität, die seine ganze Kampagne ausgezeichnet hat. Ohne sichtliche Nervosität spricht Obama seine Kernthemen an: Die Einführung einer umfassenden Krankenversicherung, der Truppenabzug im Irak, die steuerliche Entlastung der amerikanischen Mittelklasse und das Ziel, Bildung für alle zu ermöglichen. Wer Obama im Vorwahlkampf erlebt hat findet an diesem lauen Sommerabend in Denver viele Elemente aus seinen Wahlkampfreden wieder. Doch die übergroße Mehrheit der Menschen im Football-Stadion hören Obama zum ersten Mal.

Eingestimmt wurden die die Besucher vorher durch Berichte von Einzelschicksalen. Da erzählt eine Frau aus Ohio, wie sie unter der Immobilienkrise leidet. Ein langjähriger Republikaner schildert seine Wandlung zum Demokraten, weil ihn die Wirtschaftsflaute teuer zu stehen komme. Und wieder eine andere berichtet davon, wie sehr sie die hohen Arztrechnungen in die Klemme bringen – weil ihre Versicherung diese nicht übernimmt. Was dabei eindeutig zu spüren ist: Die Obama-Kampagne will mit diesen konkreten Beispielen erläutern, auf welchen Feldern ein Präsident Barack Obama inhaltlich ansetzen würde. Damit wehrt sie sich aber auch gleichzeitig gegen den Vorwurf, zu vage zu bleiben und nur auf Rhetorik zu setzen.

Der Kandidat selbst aber bleibt den Grundaussagen seines bisherigen gesamten Wahlkampfes treu. Als er elegant auf den blauen Laufsteg tritt, der von zwei neoklassischen Säulen beherrscht ist, spricht er immer wieder von Hoffnung und Wandel. Obama will an diesem Abend nicht nur die Versäumnisse der vergangenen acht Jahre unter George W. Bush anprangern, er will den Menschen Mut zu Lösungen machen. Diesen Mut sollen sich die Amerikaner auch anhand seiner eigenen Lebensgeschichte nehmen.

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