Rede zur Lage der Nation in Pakistan
Indien hält sich besser für Krieg gerüstet

Indien ist nach den Worten von Finanzminister Yashwant Sinha wirtschaftlich besser für einen Krieg gerüstet als Pakistan.

Reuters NEU DELHI/ISLAMABAD. Dennoch sei ein Krieg mit dem Nachbarland die letzte Option, sagte Sinha am Montag in Neu-Delhi. Die Spannungen zwischen beiden Ländern waren in den beiden vergangenen Woche erneut gewachsen. Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf wollte sich am Montagabend in einer Rede an die Nation über die Lage in der Kaschmir-Region äußern.

Wenn man Indien und Pakistan vergleiche, sei Indien über hundert Mal besser auf einen Krieg vorbereitet, sagte Sinha. Jede Art der inneren oder äußeren Störung sei jedoch schlecht für die Wirtschaft. "Ich würde sagen, Krieg ist die letzte Option", fügte Sinha hinzu.

Ein pakistanischer Regierungssprecher teilte mit, Musharraf werde um 20.30 Uhr Ortszeit im staatlichen Fernsehen zur "derzeitigen Grenzsituation" mit Indien Stellung nehmen. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Musharraf war unter anderem wegen der am Wochenende ausgeführten Raketentests international kritisiert worden. US-Präsident George W. Bush hatte gefordert, Musharraf müsse das Einsickern islamischer Extremisten in den indischen Teil Kaschmirs verhindern.

Auch in der Nacht zu Montag kam es an der indisch- pakistanischen Waffenstillstandslinie in Kaschmir zu Gefechten. Nach indischen Armeeangaben wurde dabei ein indischer Soldat getötet. Nach pakistanischen Angaben wurden bereits am Sonntagabend in einem Dorf an der Grenze sechs Pakistaner durch indische Granaten getötet.

Indien wirft Pakistan vor, separatistische Moslem-Rebellen im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir aktiv zu unterstützen. Pakistan weist dies zurück und hat erklärt, den Rebellen lediglich moralische Unterstützung zu geben. Jammu und Kaschmir ist der einzige indische Bundesstaat mit mehrheitlich moslemischer Bevölkerung. Pakistan hatte am Wochenende eine Mittel- und eine Kurzstreckenrakete getestet und bis Dienstag weitere Tests angekündigt. Auslöser der jüngsten Spannungen war ein Anschlag auf ein indisches Militärlager bei Jammu Mitte Mai. Dabei hatten Kaschmir-Rebellen 31 Menschen getötet.

Pakistan und Indien haben an ihrer Grenze in der Kaschmir mehr als eine Million Soldaten zusammengezogen. Die beiden Staaten haben seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 bereits zweimal Krieg um die Himalaya-Region geführt. Beide Staaten verfügen über Atomwaffen.

Das britische Verteidigungsministerium wies Medienberichte zurück, Großbritannien habe seine Waffenlieferungen nach Pakistan und Indien ausgesetzt. Wie eine Sprecherin des Ministeriums am Montag mitteilte, existieren für Waffenlieferungen in beiden Ländern strikte Regelungen. Daran habe sich nichts geändert. Die britische Zeitung "Daily Telegraph" hatte berichtet, die Waffenlieferungen in die Region seien aus Sorge über die jüngsten Spannungen ausgesetzt worden.

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