Redezeit bis Montagvormittag
Milosevic attackiert erneut die Nato

Der als Kriegsverbrecher angeklagte jugoslawische Ex-PräsidentSlobodan Milosevic hat am Freitag seine Vorwürfe wegen der Nato-Angriffe im Kosovo im Frühjahr 1999 fortgesetzt.

dpa DEN HAAG. Der als Kriegsverbrecher angeklagte jugoslawische Ex-Präsident Slobodan Milosevic hat am Freitag von dem UN-Tribunal seine Attacken gegen die Nato wegen der Bombenangriffe im Kosovo im Frühjahr 1999 fortgesetzt. Er zeigte Dutzende von Farbfotos, die seine Behauptung untermauern sollten, dass es die Kampfbomberpiloten vor allem auf Zivilisten und zivile Ziele im Kosovo, der Vojvodina und im serbischen Kernland abgesehen hätten.

Für seine Darlegungen bekam Milosevic noch Zeit bis Montagvormittag. Zunächst hatte Richter Richard May die Redezeit des Angeklagten bis Freitagabend begrenzt. Milosevic protestierte jedoch, dass er erst die Hälfte dessen gesagt habe, was er vorbringen wolle. Das Gericht entschied sich dann in einer Pause für eine Verlängerung.

Ausführlich widmete sich Milosevic dem Angriff auf die chinesische Botschaft in Belgrad. Alle Nato-Erklärungen über einen Irrtum oder einen Fehler bezeichnete Milosevic als unwahr. Der Angriff sei von Flugzeugen ausgedührt worden, die direkt aus den USA gekommen seien. "Clinton wollte in die Geschichte als der erste eingehen, der chinesisches Territorium bombardiert hat. Deshalb ließ er das Botschaftsgebäude bombardieren", sagte der Ex-Präsident.

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