Reduziere Ziele wegen Konjunkturflaute
Loewe ist nicht in Weihnachtsstimmung

Der fränkische Hersteller von Unterhaltungselektronik Loewe hat im dritten Quartal 2002 einen Umsatz- und Ergebnisrückgang verbucht. Angesichts unsicherer Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft reduziert die im MDax gelistete Gesellschaft ihre Ziele für das Gesamtjahr.

Reuters KRONACH. Der Umsatz 2002 werde leicht den Vorjahreswert von 372 Millionen Euro übertreffen, teilte Loewe am Freitag in Kronach mit. Ein Sprecher ergänzte, ursprünglich sei Loewe von rund 390 Millionen Euro ausgegangen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde leicht über 20 Millionen Euro liegen, nachdem eigentlich 28,6 Millionen Euro anvisiert worden seien. Auf Proforma-Basis, also ohne die mittlerweile eingestellte Telekomsparte, hatte Loewe 2001 ein Ebit von rund 26 Millionen Euro verbucht. An den mittelfristigen Wachstumszielen und der geplanten Dividende hält der Hersteller von TV-Geräten, DVD-Playern, Videorecordern und Stereoanlagen aber fest. Der Kurs der Loewe-Aktie brach zeitweise um knapp ein Viertel auf ein Jahrestief von 11,80 Euro ein. Am Nachmittag notierte das Papier mit 12 Euro über 20 Prozent tiefer.

Von Juli bis September sank das Ebit auf 2,3 Millionen Euro nach 7,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Als Gründe hierfür nannte der Konzern unter anderem Anlaufverluste im US-Geschäft von rund 0,8 Millionen Euro. Zudem habe eine Deckungslücke im Pensionsfonds wegen des Einbruchs der Aktienmärkte das Ebit belastet. Weitere negative Auswirkungen durch den Pensionsfond seien aber unwahrscheinlich. Den Umsatz im Quartal bezifferte Loewe auf 84,4 (88,0) Millionen Euro. Damit ergibt sich für die ersten neun Monate ein Ebit von 16,8 (20,3) Millionen Euro sowie ein Umsatz von 259,7 (251,1) Millionen Euro.

"Die Zahlen waren enttäuschend", sagte Karina Gundermann, Analystin bei der Bankgesellschaft Berlin. Gerade für das US-Geschäft, wo der operative Verlust 2002 mit 2,6 Millionen Euro rund fünf Mal so hoch wie erwartet ausfallen dürfte, sei das Management zu optimistisch gewesen. Die Landesbank Baden-Württemberg erklärte, der aktuelle Kurseinbruch sei aber überzogen. Ein langfristiges Engagement in der Aktie erscheine wegen der stabilen Dividende weiter aussichtsreich.

Loewe-Chef Rainer Hecker sagte in einer Telefonkonferenz, er erwarte, dass der Konzern 2002 wie im Vorjahr eine Dividende von rund 85 Cent je Aktie ausschütten werde. Über die Aufträge im anstehenden Weihnachtsgeschäft habe das Traditionsunternehmen noch keinen Überblick. Bislang halte sich der Handel mit Bestellungen zurück. Loewe gehe davon aus, dass der Umsatz im Schlussquartal etwa auf Höhe des Vorjahresniveaus liege.

Hecker zeigte sich zuversichtlich, 2003 wieder zum anvisierten Wachstum von zehn Prozent beim Ebit und acht Prozent beim Umsatz zurückzukehren. Zahlreiche für die nächsten Monate geplante neue Produkte sollten hierzu beitragen. Finanzchef Burkhard Bamberger räumte aber ein, dass das Ziel angesichts der Konsumflaute nicht leicht zu erreichen sein werde. Auch Analystin Gundermann deutete Zweifel an: "Das ist schon eine optimistische Sicht des Jahresverlaufs 2003."

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