"Reduziertes und unzureichendes Eheverständnis"
Kardinal Lehmann: Karlsruhe verkennt die Bedeutung der Ehe

Die Deutsche Bischofskonferenz kritisiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Homo-Ehe als Ausdruck einer "dramatischen Verschiebung im Wertebewusstsein".

HB/ddp BERLIN. Der "qualitative Unterschied" zwischen der Ehe und anderen Lebensgemeinschaften verschwimme zusehends, betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Mittwoch in Bonn. Das Urteil leiste einer "Verkennung der herausragenden Bedeutung der Ehe für die Einzelnen und das Gemeinwesen Vorschub. "Die Ehe wird so in der Rechtsordnung mehr und mehr zu einer beliebigen Lebensgemeinschaft unter anderen, die auf das Abstellgleis zu geraten droht", warnte der katholische Bischof.

Lehmann fügte hinzu, die Karlsruher Richter stellten mit ihrem Verzicht auf substanzielle Grenzen für die Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe bisherige Rechtsauffassungen auf den Kopf.

Die Ehe sei "die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Mann und Frau und darauf angelegt, Kindern das Leben zu schenken". Deshalb habe sie eine gegenüber allen anderen Lebensformen herausgehobene Bedeutung sowie eine entsprechende Förderung verdient, unterstrich Lehmann. In dem nun ergangenen Urteil zur Homo-Ehe komme hingegen ein "reduziertes und unzureichendes Eheverständnis" zum Ausdruck, das "zum Schaden" der Gesellschaft sei.

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