Reduzierung der Klassenstärken
Kultusminister für Prüfungen nach Klasse zehn

Nach der Tragödie am Erfurter Gutenberg-Gymnasium erwägt der Thüringer Kultusminister Michael Krapp (CDU) obligatorische Realschulprüfungen für Gymnasiasten nach der zehnten Klasse.

wiwo/ap ERFURT. Diese Prüfungen müssten vergleichbar sein mit denen an den Regelschulen, sagte Krapp der in Erfurt erscheinenden "Thüringer Allgemeinen" Zeitung (Dienstagsausgabe).

Die bundesweit einmalige Thüringer Regelung, nach der durchgefallene Abiturienten bisher keinerlei Abschluss besitzen, war nach der Bluttat, bei der ein 19-Jähriger am Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und sich selbst getötet hatte, heftig kritisiert worden. Aus diesem Grund haben auch Erfurter Schülervertretungen für den Dienstagnachmittag zu einer Demonstration unter dem Motto "Schrei nach Veränderung" in der Innenstadt aufgerufen. Eine anschließende Kundgebung sollte auf dem Domplatz stattfinden.

Krapp sagte, die Realschulprüfungen wären dann auch die "Eintrittskarte für die Kurs-Stufe". Analog könnte mit den Realschülern und dem qualifizierenden Hauptschulabschluss verfahren werden, schlug der Minister vor.

Den Umgang der Schule mit volljährigen Schülern nannte Krapp unbefriedigend. Man müsse prüfen, ob die Gesetze dazu geändert werden müssten. Der Täter hatte seinen Eltern verschwiegen, dass mit ihm nach seinem Schulverweis ein Wechsel an eine andere Schule vereinbart worden war. Nach seiner Nichtzulassung zum Abitur hatte der Amokläufer über keinen Schulabschluss verfügt.

Krapp kündigte auch an, die Klassenstärken an den Regelschulen zu reduzieren und Förderangebote zu verstärken. Das werde Geld kosten, sagte der Minister.

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