Reduzierung von Schadstoffemissionen
Von Weizsäcker erwartet Durchbruch bei Klimaschutzkonferenz

Bundesumweltminister Jürgen Trittin erwartet harte Verhandlungen um die verbindlichen Regelungen zur Emissionsminimierung. Der SPD-Umweltexperte Ernst Ulrich von Weizsäcker ist optimistisch ob einer weltweiten Einigung.

afp BERLIN/ESSEN. Schwierige Verhandlungen vor allem zwischen den Industrieländern sind nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) auf der UN-Klimaschutzkonferenz zu erwarten, die am Montag in Den Haag beginnen sollte. Als Ziel der zwölftägigen Konferenz bezeichnete es Trittin am Montag im WDR erneut, die 1997 im japanischen Kyoto festgelegten Regeln für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase völkerrechtlich verbindlich festzulegen. "Angesichts der Immissionen gerade großer Länder wie den USA und Australien, denke ich, wird es sehr harter Verhandlungen bedürfen", sagte dazu Trittin. Er bekräftigte, dass alle Länder zumindest einen Teil der angestrebten Reduzierungen bei den Treibhausgasen auch im eigenen Land erbringen müssten. Vor allem die USA setzen hier vorrangig auf den Handel mit so genannten Immissionsrechten.

Von Weizsäcker ist optimistisch

Optimistisch äußerte sich im Vorfeld der Konferenz der SPD-Umweltexperte Ernst Ulrich von Weizsäcker. Er erwarte von der Tagung einen Durchbruch für den internationalen Klimaschutz, sagte von Weizsäcker der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Die Länder der Erde hätten es in der Hand, die Verpflichtung zur Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase zu erfüllen, Große Hoffnung setze er auf die deutsche Klimaschutzpolitik, betonte von Weizsäcker. Der Leiter der Bundestag-Enquete-Kommission "Globalisierung der Weltwirtschaft" sprach sich aber gegen ein überstürztes Ende der deutschen Steinkohle aus. "Dem Klima nützt es nichts, wenn statt deutscher Kohle australische verbrannt wird."

In Den Haag kommen Vertreter von rund 180 Staaten zusammen. Die Umweltminister sollen während der zwölftägigen Konferenz die noch offenen Punkte des Klimaschutzprotokolls von Kyoto aus dem Jahr 1997 klären und endlich den Weg für dessen Ratifizierung ebnen. Das Protokoll von Kyoto schreibt 38 westlichen und osteuropäischen Ländern eine Verringerung der sechs wichtigsten Treibhausgase um durchschnittlich 5,2 Prozent bis zum Jahr 2010 im Vergleich zum Jahr 1990 vor. Das Protokoll wurde jedoch erst von 29 Ländern ratifiziert. Die EU und Japan unterzeichneten das Dokument im April 1998. Besonders in den USA ist die Vereinbarung heftig umstritten.

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