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Reemtsma legt trotz Absatzrückgang zu

dpa HAMBURG. Der Vorstandssprecher des Reemtsma-Konzerns, Thierry Paternot, befürchtet im Zuge der neuen EU-Tabakrichtlinie europaweit den Verlust von Tausenden Arbeitsplätzen. Sollte das EU- Exportverbot 2006 in Kraft treten, seien allein bei Reemtsma und seinen verbundenen Unternehmen mehr als 1000 Arbeitsplätze betroffen, sagte er am Mittwoch bei der Vorlage der Bilanz für das Jahr 2000 der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH in Hamburg. Danach stiegen sowohl Umsatz als Gewinn - trotz eines Absatzrückgangs im vergangenen Jahr von 5,2 % auf 130 Mrd.. Zigaretten.

Nach der neuen EU-Tabakrichtlinie dürfen künftig nur noch Zigaretten exportiert werden, die niedrigere Grenzwerte für Nikotin und Teer sowie größere Gesundheitswarnungen auf den Packungen aufweisen. Das Exportverbot hätte verheerende Folgen für die gesamte europäische Zigarettenindustrie, sagte Reemtsma-Chef Paternot. Tausende Arbeitnehmer in der EU seien direkt oder indirekt vom Zigarettenexport abhängig.

Der Netto-Umsatz bei Reemtsma legte im vergangenen Jahr um 3,4 % auf 5,0 Mrd.. DM (2,56 Mrd.. ?) zu. Gleichzeitig kletterte der Konzern-Jahresüberschuss um acht Prozent auf 470,4 Mill. DM. Für das laufenden Geschäftsjahr erwartet Finanzvorstand Wilfried Boysen ein leicht rückläufiges operatives Ergebnis. Für Zukäufe sei das Unternehmen dank eines Zuwachses der liquiden Mittel und Wertpapiere um rund ein Fünftel auf 1,6 Mrd.. DM im vergangenen Jahr gut gerüstet, hieß es.

Den Angaben nach kletterte der Reemtsma-Marktanteil 2000 von 22,9 auf 23,4 %. Im ersten Quartal sei er aber auf 22,5 % zurückgefallen, sagte Paternot. Den entsprechenden Absatzrückgang von 3,0 % führte er darauf zurück, dass preiswerte Handelsmarken weiter Marktanteile eroberten. Schon 2000 habe ihr Marktanteil von 7,6 % auf 9,9 % zugelegt.

In Deutschland setzte Reemtsma im vergangenen Jahr 33,2 Mrd.. Zigaretten ab - ein Zuwachs von 2,8 %. Im Ausland dagegen ging der Absatz von rund 105 Mrd.. Stück auf 96,8 Mrd.. zurück. In Zentraleuropa sei die Nachfrage nach Fabrikzigaretten deutlich unter den Erwartungen geblieben, berichtete Paternot. Grund seien die dort gestiegenen Tabaksteuern, die illegale Einfuhren begünstigten.

Reemtsma führte den Angaben nach 2000 rund neun Mrd.. DM Tabaksteuer ab, fünf Mrd.. DM davon allein in Deutschland. Das Unternehmen mit den Marken West, Davidoff, R1 beschäftigte im vergangenen Jahr weltweit 10 900 Mitarbeiter (Vorjahr: 11 800), davon unverändert 3 400 in Deutschland.

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