Referenzkurs: 0,8989 $
Kurs des Euro gestiegen

dpa/afx/rtr FRANKFURT. Der Kurs des Euro zum Dollar ist am Freitag gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8989 (Donnerstag: 0,8827) $ fest. Der $ kostete damit 2,1758 (2,2157) DM.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6235 (0,6172) britische Pfund, 110,18 (107,49) japanische Yen und 1,5311 (1,5290) Schweizer Franken fest.

Der Euro profitierte damit weiterhin von der überraschenden Zinssenkung durch die Fed am Mittwoch. Die überraschende Leitzinssenkung in den USA um 50 Basispunkte vor zwei Tagen habe den Euro in mehrfacher Hinsicht gestützt, sagten Händler. Zum einen habe die Senkung die Bedenken genährt, der US-Wirtschaft könnte es schlechter gehen als bislang angenommen, zum anderen liege der US-Schlüsselzins von 4,50 % nun um einen Viertel Prozentpunkt unter dem vergleichbaren Satz in der Euro-Zone. "Der Euro hat trotz einer Rally der Nasdaq nicht nachgegeben", sagte ein Händler einer japanischen Bank in London.

Euro wird durch drei Faktoren gestützt

Zur Stützung der schwachen US-Konjunktur hatte die Fed am Mittwoch überraschend die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Der entscheidende Satz für Tagesgeld beträgt nunmehr 4,50 %. Der Euro war zwar unmittelbar nach der Fed-Entscheidung kurzzeitig auf ein Vier-Monatstief unter 87 US-Cents gerutscht, hatte danach jedoch um rund drei US-Cent innerhalb von 48 Stunden zugelegt. Marktteilnehmer zufolge könnte die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf bis an die Marke von 0,9050 $ klettern.

Der Euro werde von drei Faktoren gestützt. Erstens habe die Fed durch ihre überraschende und hohe Zinsreduktion die Befürchtungen genährt, die konjunkturelle Abschwächung in den USA könnte deutlicher ausfallen als bisher angenommen worden sei. "Der Euro war der größte Profiteur am Devisenmarkt, weil die überraschende Fed-Zinssenkung die Sorgen bezüglich der US-Wirtschaft bestärkt hat", sagte Francesca Fornasari, Analystin von Lehman Brothers in London. Die Motivation der Fed könne in der Kenntnis negativer Konjunkturdaten liegen, die dem Markt noch unbekannt seien, sagten Händler.

Zahlen zur Industrieproduktion veröffentlicht

Zweitens liege der Leitzins in der Euro-Zone mit 4,75 % nun erstmals seit Bestehen der Europäischen Währungsunion über dem US-Satz, sagten Händler. Diese Tatsache ist nach Einschätzung von Marktteilnehmern ein weiterer Grund für die jüngste Kursrally der Gemeinschaftswährung. "Die massiven Kapitalumschichtungen in Richtung Euro-Zone sind nicht zu übersehen", sagte ein Händler.

Drittens habe sich durch die Fed-Entscheidung der Druck auf die EZB erhöht, ebenfalls die Leitzinsen zu senken, sagten Händler. Dies würde zwar einerseits den Zinsvorteil dämpfen, auf der anderen Seite aber die Wachstumserwartungen für die Euro-Zone erhöhen. Am Markt setze sich die Erwartung durch, die EZB werde schon in der kommenden Woche einen geringeren Zinssatz beschließen. Von Seiten der EZB selbst gab es jedoch keine Signale in diese Richtung. Vielmehr bekräftigten zahlreiche Euro-Währungshüter am Donnerstag die abwartende Haltung der Zentralbank und betonten, es gebe keine Notwendigkeit dem Schritt der Fed zu folgen.

An Konjunkturdaten für die Euro-Zone veröffentlichte das EU-Statistikamt Eurostat am Mittag Zahlen zur Industrieproduktion im Februar. Diese stieg den Angaben zufolge um 0,4 % zum Vormonat, nachdem sie im Januar noch um 1,7 % zurückgegangen war. Analysten hatten einen unveränderten Wert erwartet.

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