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Reform der Stiftung Weimarer Klassik gefordertDPA-Datum: 2004-07-19 15:43:29

Berlin/Weimar (dpa) - Der Wissenschaftsrat hat eine tief greifende Reform der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen gefordert. Die inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung der Stiftung, die zu den wichtigsten Kulturstiftungen Deutschlands gehöre, sei noch nicht gelungen, teilte der Rat in Berlin mit.

Berlin/Weimar (dpa) - Der Wissenschaftsrat hat eine tief greifende Reform der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen gefordert. Die inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung der Stiftung, die zu den wichtigsten Kulturstiftungen Deutschlands gehöre, sei noch nicht gelungen, teilte der Rat in Berlin mit.

Er empfahl den Einsatz einer Strukturkommission. Die Stiftung müsse national und international sichtbarer werden. Erst 2003 war die Stiftung Weimarer Klassik mit den Kunstsammlungen fusioniert.

Die Klassik-Stiftung entstand 1991 aus den Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der DDR. Sie umfasst unter anderem Goethes Wohnhaus, das Goethe- und Schiller-Archiv und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, die in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. «Um der Einmaligkeit und dem großen Potenzial der Stiftung Rechnung zu tragen, muss über das Sammeln und Erschließen hinaus dringend ein übergreifendes Konzept für die wissenschaftliche Nutzbarkeit dieser Bestände erarbeitet werden», sagte der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Karl Max Einhäupl.

Aus Sicht des Rates fehlen überzeugende Konzepte für die Einzelsammlungen. Das gelte vor allem für die anspruchsvolle ständige Ausstellung «Wiederholte Spiegelungen» im Goethe-Nationalmuseum, die wenig Wirkung auf das breite Publikum habe. Zudem müssten die Abteilungen intensiver zusammenarbeiten. Der Evaluationsausschuss des Wissenschaftsrates kritisierte auch, dass die Entscheidungsbefugnis des Präsidenten durch ein Mitspracherecht der Direktoren eingeschränkt werde. Das führe zu Schwierigkeiten bei der Neustrukturierung. Wichtige Entscheidungen würden abgeblockt.

Das Thüringer Kunstministerium hatte den Wissenschaftsrat 2002 um das Gutachten zu den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stiftung gebeten. Eineinhalb Jahre nach der Fusion sei der Zeitpunkt gekommen, um die neuen Strukturen zu begutachten, sagte Minister Jens Goebel (CDU). Auf der nächsten Stiftungsratssitzung sollten weitere Schritte beraten werden.

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