Reformen
Bundesrat akzeptiert neues Aktien- und Bilanzrecht

Der Bundesrat hat am Freitag dem Transparenz- und Publizitätsgesetz zugestimmt, das für mehr Offenheit in der Unternehmensführung sorgen und die Kontrollfunktion der Aufsichtsräte stärken soll.

Reuters BERLIN. Mit dem vom Bundestag bereits verabschiedeten Gesetz zur Reform des Aktien- und Bilanzrechts werden die Informationspflichten des Vorstands gegenüber dem Aufsichtsrat erweitert. In wichtige Unternehmensentscheidungen soll der Aufsichtsrat künftig enger eingebunden werden. Allerdings wird kein Katalog von Maßnahmen festgelegt, die künftig zusätzlich der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen. Die Entscheidung darüber sollen in der Satzung eines Unternehmens oder vom Aufsichtsrat bestimmt werden. Zugleich wird die Verschwiegenheitspflicht der Aufsichtsräte hervorgehoben und die Strafen bei Offenbarung von Geschäftsgeheimnissen bei börsennotierten Firmen verschärft.

Ferner sieht das Gesetz vor, im Anhang zum Jahresabschluss einer Kapitalgesellschaft die Gesamtbezüge von Geschäftsführungs- und Aufsichtsratsmitgliedern künftig aufzuschlüsseln. Leistungsabhängige Vergütungen wie etwa Aktienoptionen sollen damit erkennbar werden. Darüber hinaus sollen die Regeln zum deutschen Konzernabschluss stärker an der internationalen Praxis orientiert werden. Der Einfluss steuerlicher Bewertungsregeln im Handelsbilanzrecht soll zurückgedrängt werden.

Schließlich sollen sich Firmenvorstände freiwillig zur Einhaltung eines noch auszuarbeitenden Verhaltenskodexes bekennen. Sie müssen dabei künftig erklären, ob sie den geplanten Kodex für die Unternehmensführung eingehalten haben oder davon abgewichen sind.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%