Reformpläne gehen Managern nicht weit genug
Führungskräfte trauen der Bundesregierung keine Reformen zu

Deutsche Spitzen-Manager setzen kaum noch Hoffnungen in die rot-grüne Bundesregierung.

HB DÜSSELDORF. Nur 14% trauen ihr einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel zu. Das ist das Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer monatlichen repräsentativen Umfrage unter rund 850 deutschen Führungskräften, berichtet das Handelsblatt in seiner Donnerstagausgabe. Fast die Hälfte der Befragten (47%) sind der Ansicht, dass die Regierung Schröder das Ruder "auf keinen Fall" herumreißen werde. Weitere 39% äußerten Zweifel. Vier von fünf Führungskräften sind der Ansicht, dass auch die Vorschläge von Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) nicht ausreichen, um die Strukturprobleme Deutschlands zu lösen. Die Top-Manager wurden zwar vor der Regierungserklärung des Kanzlers am 14. März vom 27. Februar bis zum 13. März telefonisch befragt. Allerdings ging Schröders Rede kaum weiter als die zuvor aus dem Wirtschaftsministerium durchgesickerten und veröffentlichten Informationen vermuten ließen. Die monatliche Leistungsbewertung der rot-grünen Bundesregierung ist im März schlechter als im Februar ausgefallen: 83% der Top-Manager bewerten die Arbeit der Regierung als "schlecht" oder "sehr schlecht". Auf einer Skala von Eins ("Sehr gut") bis Fünf ("Sehr schlecht") kam die Bundesregierung auf eine Durchschnittsnote von 4,1, nach 4,2 im Februar. Bundesaußenminister Joschka Fischer verschlechterte sich von 3,0 auf 3,1; Arbeits- und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement von 3,1 auf 3,2 und Finanzminister Hans Eichel von 4,1 auf 4,2.

Die durchschnittliche Bewertung der Union sank von 3,0 auf 3,2. Die Leistung der Parteivorsitzenden Angela Merkel wurde von immerhin 24% der Befragten mit "gut" oder "sehr gut" bewertet wurde. Im Februar hatten Merkel allerdings noch 34% positiv bewertet. Die FDP liegt unverändert bei der Durchschnittsnote 3,6. Parteichef Guido Westerwelle schneidet mit 3,7 sogar noch etwas schlechter ab.

Im Auftrag des Handelsblatt befragt das PSEPHOS-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaften seit Februar/März 1999 ein repräsentatives Panel von deutschen Führungskräften mit standardisierten Fragebogen.

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