Regelmäßige Performanceberichte mit Rating
Auch für Fonds gibt es jetzt Schulnoten

Wer Fonds kauft, schaut auf Performance und Risiko. Die Vermögensverwaltungsfirma Feri Trust entwickelte ein darauf aufbauendes Rating. Es kann dem Privatanleger als Entscheidungshilfe dienen. Das Handelsblatt veröffentlicht ab heute diese Bewertungen.

FRANKFURT. Wie "gut" ist eigentlich ein Fonds? Das Handelsblatt bietet seinen Lesern Orientierung bei der Antwort auf diese Frage. Ab heute enthalten die Wertentwicklungstabellen für die regelmäßige Performanceberichterstattung ein Fonds-Rating, das die bisherige Risikoeinstufung der Einzelfonds ersetzt. Als erstes deutsches Finanzmedium stellt das Handelsblatt den Fonds-Interessierten diese umfassende Qualitätsbewertung zur Verfügung. Sie kann mit einer Schulnote verglichen werden.

Entwickelt wurde die Methodik von der Vermögenverwaltungs- und Fondsresearchgesellschaft Feri Trust, Bad Homburg. Anhand eines Punktesystems bewertet sie Performance und Risiko des Fonds sowie im Dialog mit dem Fondsmanagement dessen Qualität. In jeder Fonds-Anlagegruppe bildet Feri fünf Qualitätsstufen mit einer Buchstabenkennung von A bis E. Je nach erreichter Bewertung bei den genannten drei Indikatoren wird der Fonds einer dieser Gruppen zugeordnet: A: sehr gut, B: gut, C: durchschnittlich, D: unterdurchschnittlich, E: schwach.

Das Rating wendet sich insbesondere an Privatanleger. Deshalb unterstellt es einen mittelfristigen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Um sich für ein Rating zu qualifizieren, muss auch der Fonds also fünf Jahre existieren. Ein Produkt mit kürzerer Historie bekommt keine Note. Gut bewertet werden Fonds mit zuverlässiger Performance und nicht die kurzfristigen "Überflieger", was ebenfalls im Sinne eines längerfristig orientierten Privatanlegers ist. Vielen Investoren ist zudem die Vermeidung von Verlusten besonders wichtig. Daher fließt dieser Aspekt ebenfalls stark in das Rating ein.

Per saldo gibt es Aufschluss darüber, inwieweit der Fonds für einen mittelfristigen Zeitraum eine stabile überdurchschnittliche Wertentwicklung bei relativ niedrigem Risiko ausweist. Es handelt sich um eine relative Beurteilung, bezieht sich damit nur auf den zugrundeliegenden Anlagemarkt (beispielsweise deutsche Aktien) und vergleichbare Produkte (etwa deutsche Aktienfonds). Außerdem trifft Feri mit dem Rating keine Aussage über das kurzfristige Performancepotenzial. Darüber hinaus gibt es lediglich Noten für Fonds mit Anlageschwerpunkten, bei denen wenigstens 20 Mitbewerber existieren. Nur wenn genügend Konkurrenzprodukte vorhanden sind, ist ein Vergleich der Fonds untereinander sinnvoll.

Im Detail gehen in die Bewertungen eine Vielzahl von Kennzahlen ein, die auf Performance- und Risikobetrachtungen abstellen. Zu den Performanceaspekten zählen: Wertentwicklung im Verhältnis zum vergleichsindex und zu anderen Fonds der Kategorie, Stabilität der Wertentwicklung, Fonds-Verhalten in Auf- und Abschwungphasen an der Börse.

Bei der Beurteilung des Anlagerisikos berücksichtigt das Rating unter anderem die Wahrscheinlichkeit von Verlusten. Die Feri-Experten prüfen beispielsweise, wie stark der Anteilspreis in den letzten fünf Jahren schwankte, wie häufig in der Monatsbetrachtung ein Verlust ausgewiesen wurde und wie hoch er im Durchschnitt ausfiel.

Nur die besten Fonds erhalten ein (A)-Rating oder (B)-Rating. Die durch Klammern ergänzten Buchstaben signalisieren, dass diese Bewertungen lediglich auf der Beurteilung der quantitativen Komponenten durch die Datenbankauswertung beruht, das heißt auf Performance und Risiko. Dazu gesellen sich qualitative Komponenten, die die Managementleistung und das Umfeld des Managements beurteilen. So werden Risiken erfasst, die nicht mit der Fonds-Datenbank berechenbar sind. Es geht unter anderem um die Erfahrung des Managementteams, die Nachvollziehbarkeit des Anlageentscheidungsprozesses, die firmeninternen Kontrollen.

Nach Prüfung des Managements erhält der Fonds sein abschließendes Rating auf der Notenskala A bis E. Die Buchstaben ohne eingrenzende Klammern bezeichnen das Rating inklusive der Managementbewertung. Sein Einfluss ist begrenzt. So kann beispielsweise eine sehr gute Managementbeurteilung einen (C)-Fonds nicht in die A-Kategorie heben. Die Einbeziehung der qualitativen Elemente erlaubt maximal eine Veränderung um eine Klasse nach oben oder unten, also etwa von D auf C.

Mittlerweile liegen rund 800 quantitative Ratings von Feri Trust vor. Eine Managementbewertung folgt in einigen Monaten und findet dann ebenfalls Eingang in die regelmäßige Performanceberichterstattung. Zusätzlich wird Feri Trust eine Beobachtungsliste veröffentlichen. Sie enthält jene Fonds, bei denen eine Ratingänderung anstehen könnte. Diese Produkte erhalten in den Performancetabellen eine besondere Kennzeichnung. Veränderungen auf der Beobachtungsliste können die Anleger nachvollziehen, denn in diesem Fall wird das Handelsblatt auf der Investmentfondsseite in einer Kurzmeldung diesen Fonds erwähnen und den Grund für eine mögliche Ratingänderung nennen. Gründe - mit möglichen Auswirkungen auf die Fondsentwicklung - können sein: Managerwechsel, der Wechsel des Anlageschwerpunktes oder eine Änderung im Investmentansatz.

Laut Feri Trust dürfte das Fonds-Rating im Zeitablauf relativ stabil sein. Es wäre wenig hilfreich, wenn der Anleger heute einen Fonds mit A-Bewertung kauft, der kurze Zeit später auf E abrutscht. Ein Fonds, der mit A eingestuft ist, wird dieses Rating mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit über 12 Monate behalten.

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