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Regen-Drama in England und der Türkei

Heftige Regenfälle und Überschwemmungen haben in Teilen Englands und der Türkei schwere Verwüstungen mit Millionenschäden angerichtet. In der Bosporus-Metropole Istanbul gab es am Dienstag die schwersten Überschwemmungen seit Jahren.

dpa ISTANBUL/LONDON. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen haben in Teilen Englands und der Türkei schwere Verwüstungen mit Millionenschäden angerichtet. In der Bosporus-Metropole Istanbul gab es am Dienstag die schwersten Überschwemmungen seit Jahren.

Mit Schlauchbooten wurden Dutzende Menschen gerettet, die sich vor den Fluten in die oberen Etagen oder auf die Dächer ihrer Häuser geflüchtet hatten. Überschwemmungen wurden auch aus anderen Städten am Marmara-Meer und dem westlichen Schwarzmeergebiet gemeldet. Zwei Menschen wurden laut CNN-Türk von Blitzen erschlagen.

In dem englischen Küstendorf Boscastle in Cornwall ließ eine drei Meter hohe Flutwelle eine Brücke und mehrere Häuser einstürzen. 120 Menschen wurden teils mit Hubschraubern von Dächern und Bäumen geholt.

Nach plötzlichem Sturzregen hatten sich Straßen in Istanbul in reißende Ströme verwandelt. Ganze Wohnviertel und Plätze standen bis zu zwei Meter tief im Wasser. Zahlreiche Autos und selbst große Asphaltplatten wurden davongespült. "Es kam ganz plötzlich", berichteten Betroffene im Fernsehen. Nach offiziellen Angaben wurden 86 Menschen aus den Fluten gerettet. Etwa 200 Gebäude wurden beschädigt, sagte Istanbuls Provinzgouverneur Muammer Güler dem türkischen Nachrichtensender NTV. Menschenleben seien zumindest nicht zu beklagen, teilte der Krisenstab der Stadt mit. Am Nachmittag war das Wasser wieder weitgehend zurückgegangen.

Bei den Überschwemmungen in Boscastle wurden mehr als 100 Autos und Wohnwagen ins Meer gespült. Eine Polizeisprecherin bezeichnete es am Dienstag als "absolutes Wunder", dass anscheinend niemand umgekommen oder auch nur ernsthaft verletzt worden sei. Nach 15 Menschen wurde allerdings noch gesucht. Der Schaden geht in die Millionen.

Boscastle, eine der meistbesuchten historischen Ortschaften im Südwesten Englands, liegt in einem engen Tal, in dem drei Bäche zusammenfließen. Durch heftige Regenfälle und starken Wind wurden diese am Montagnachmittag binnen kürzester Zeit zu reißenden Flüssen. "Wenn man gesehen hat, wie die Autos von der Wucht des Wassers die Straße hinuntergeschwemmt wurden - das ist einfach unglaublich", sagte Vizepremier John Prescott am Dienstag während eines Besuchs am Unglücksort. Er bezeichnete das Ausmaß der Zerstörung als "Schwindel erregend" und "schockierend".

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