Regen sorgt für Spannung in Suzuka
Schumacher startet nur aus der siebten Reihe

Der Regen von Suzuka hat noch einmal Spannung in das Saisonfinale der Formel 1 gebracht.

HB SUZUKA. Bei stärker werdendem Regen rutschte der Ferrari-Pilot bei der samstäglichen Qualifizierung nur in die siebte Startreihe für das Rennen an diesem Sonntag (07.30 Uhr MESZ/RTL und Premiere), verlor jedoch nicht seine Gelassenheit. "Es hätte schlimmer kommen können." Dass er trotz der verunglückten Runde zuversichtlich in das Rennen gehen durfte, lag zum einen an seiner hervorragenden Ausgangsposition; zum anderen daran, dass es seinem letzten verbliebenen WM-Rivalen Kimi Räikkönen auch nicht viel besser erging. Der Finne erreichte im McLaren-Mercedes immerhin noch die achtbeste Zeit. "Es wird nicht leicht für Kimi, vom achten Platz aus zu gewinnen", meinte Schumacher.

Um als erster Fahrer zum sechsten Mal Formel-1-Weltmeister zu werden, reicht Schumacher ein Punkt. Nur wenn Räikkönen gewinnt und er ohne Zähler bleibt, könnte der Triumph verhindert werden. Für eine eventuelle Feier sei nichts vorbereitet, meinte Schumacher: "Getränke haben wir natürlich dabei, die brauchen wir dann eh, egal, wie's ausgeht."

Tröstlich für Schumacher war auch, dass sich sein Teamkollege Rubens Barrichello die Pole Position sicherte. Dies war wichtig im Hinblick auf die Konstrukteurs-Wertung. Der Brasilianer war auf trockener Strecke in 1:31,713 Minuten 2,589 Sekunden schneller als Schumacher und verwies den Williams-BMW-Fahrer Juan Pablo Montoya auf Platz zwei. Ferrari (147 Punkten) war mit einem Vorsprung von drei Punkten nach Japan gereist.

Ganz schlecht lief es für Ralf Schumacher. Er war als vorletzter Fahrer unmittelbar nach seinem Bruder Michael auf die 5,807 km lange Runde gegangen und drehte sich von der Strecke. Danach fuhr er in seinem Williams-BMW sofort an die Box und wurde ohne Qualifikationszeit in die letzte Startreihe gesetzt. Dort steht auch Renault-Pilot Jarno Trulli, der seine Qualifikation schon nach der Einführungsrunde abbrach. Noch am Freitag hatte der Italiener Platz eins im Einzelzeitfahren belegt. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen kamen an ihrem letzten Rennwochenende für Sauber auf die Ränge elf und zwölf.

Regen spielte immer wieder einmal eine große Rolle bei den Großen Preisen von Japan. Im denkwürdigsten Regenrennen der Formel-1- Geschichte war Niki Lauda der tragische Held. Beim Rennen am 24. Oktober 1976 im japanischen Fuji stoppte der Österreicher bei höllischem Regen und praktisch null Sicht seinen Ferrari nach zwei Runden vor der Box und gab auf. "Es gibt wichtigere Dinge im Leben als die Weltmeisterschaft, nämlich zu leben." Vor dem Rennen hatte er die WM-Wertung noch angeführt, Weltmeister wurde James Hunt mit einem Punkt Vorsprung. Nach 20 Runden hörte der Regen auf.

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