Regenkönig Schumi
Schumacher im Freien Training Schnellster

20 000 durchnässte Fans waren aus dem Häuschen und feierten "Regenkönig" Michael Schumacher. Der Weltmeister fuhr zum Auftakt des Ferrari-Heimspiels in Imola in einer eigenen Liga und legte auf der nassen Piste eine überragende Bestzeit vor.

sid IMOLA. Auch für die Qualifikation am Samstag und das Rennen am Sonntag sind Schauer vorausgesagt - perfektes Wetter also für WM-Spitzenreiter Schumacher. "Ich denke, dass wir mit den Bridgestone-Reifen im Regen die Oberhand gegen die Konkurrenz haben. Ich habe viel ausprobiert, der neue Ferrari funktioniert blendend, und ich habe Spaß beim Fahren im Regen. Ich bin optimistisch, dass wir den Sieg von Brasilien hier wiederholen können", meinte Schumacher.

In 1:36,898 Minuten brachte der bei Regenwetter wieder einmal überragende Deutsche die Ferraristi trotz Temperaturen von nur acht Grad zum Jubeln - zumal sein Teamkollege Rubens Barrichello bei seinem ersten Auftritt im neuen F2002 mit zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Rang zwei landete (1:37,094). Kurz vor Ende des Trainings leistete sich Schumacher auf dem Weg zu einer weiteren phantastischen Bestzeit einen spektakulären Dreher und musste seinen Boliden nach Kurve 14 abstellen. Die Rückkehr in die Box absolvierte er zu Fuß und im Abschleppwagen - unter dem Jubel der Anhänger: "Ich habe eine Weile gewartet, weil ich es zu gefährlich fand, während des Trainings zurückzulaufen.

Schließlich will ich am Sonntag auch noch die Tifosi begeistern." Mehr als eine Sekunde Vorsprung hatte er zum überraschend drittplatzierten Giancarlo Fisichella im Jordan-Honda (1:38,093). Viel wichtiger noch: WM-Erzrivale BMW-Williams mit Juan Montoya (1: 39,480/9.) und Ralf Schumacher (1:39,518/10.) wurde im Regen sogar um gut zweieinhalb Sekunden distanziert. Damit lag das Duo hinter dem Arrows des Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen (1:39,158), der Platz 6 belegte. "Bei diesem Regenwetter und den Temperaturen ist Ferrari unschlagbar. Jetzt kann uns nur noch die Sonne helfen", meinte BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger.

Frentzens Ortsrivale Nick Heidfeld musste sich im Sauber mit Position 12 begnügen (1:39, 971). McLaren-Mercedes schlug sich von den Michelin-Teams mit den Plätzen vier (David Coulthard) und fünf (Kimi Raikkönen) noch am besten. Im Fahrerlager ist der Rennstall nach der Eröffnung eines sündhaft teuren "Silberpalastes" als Kommunikationszentrum zumindest wieder die Nummer 1. "Es wäre schön, wenn das die Wende für unsere Rückkehr zur Nummer eins einläuten würde. Aber sowas kann man nicht genau timen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. In keinem Fall werden die Stuttgarter ihr ihr Formel-1-Engagement angesichts der Talfahrt beenden. Haug: "Aufhören könnte man vielleicht, wenn man ein paar Mal hintereinander Weltmeister geworden ist."

Der Wettergott ist ein Ferrari-Fan: Für die 22. Auflage des Rennens in der 30.000-Einwohner-Stadt werden Niederschlagsmengen von fünf Millimetern bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius vorhergesagt. Schuld daran soll der Legende nach ein Farmer sein, der die Formel 1 nach dem Verlust eines Stück Lands beim Bau der Strecke mit einem "Regenfluch" belegte.

Auch der konnte das rote Ferrari-Fest in Imola am Freitag nicht stören. An den Souvenirständen waren Regenschirme für 50 (rot mit Ferrari-Emblem) und 15 Euro (rot ohne Ferrari-Emblem) die Renner. Auch die gefütterte Ferrari-Jacke mit Kapuze für fast 400 Euro fand viele Käufer. Am Wochenende wollen 200.000 Fans Michael Schumacher unterstützen. "Hier schwappen die Emotionen über - egal, wie das Wetter ist. Auch bei mir sorgt das Heimrennen für ein Kribbeln im Bauch", so der Champion.

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