Reges Interesse an den Bankschaltern
Deutsche halten erste Euro-Münzen in Händen

Seit dem frühen Morgen holen sich die Bundesbürger ihre ersten Probe-Päckchen mit Euro-Münzen ab. Innerhalb weniger Stunden sind in Deutschland mehr als die Hälfte aller Starter Kits mit Euro-Münzen verkauft worden. Bereits in der Nacht wurde in Frankfurt und Köln die neue Währung begrüßt.

dpa/afp HAMBURG. Der Euro ist in Deutschland angekommen. Bei der Ausgabe der ersten Münzpäckchen gab es am Montag zwar reges Interesse, Gedränge und lange Schlangen blieben an den Schaltern allerdings meist aus. "Der Ansturm ist nur mäßig", hieß es am Vormittag bundesweit aus vielen Banken und Sparkassen. Allerdings meldete nach wenigen Stunden in Berlin die Sparkassen-Filiale Unter den Linden: "Ausverkauft". Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Euro von 1. Januar 2002 an.

Die Reihe der zwölf Euroländern, in denen die Bürger das Kennenlern-Päckchen kaufen können, wurde am Montag mit Deutschland, Portugal und Griechenland komplett. In Griechenland behinderten schwere Schneefälle im Norden des Landes die Ausgabe der "Starter Kits". In Athen reagierten die Menschen am ersten Tag gelassen auf die Ausgabe der neuen Münzen. Als erste hatten am Freitag Franzosen, Iren und Niederländer die Euro-Münzmischungen erhalten.

Großen Andrang gab es in Frankfurt am Main. In der Bankenmetropole hatten mehr als 1500 Kunden schon in der Nacht vor den Schaltern der Sparkasse und Dresdner Bank angestellt, um ein Säckchen mit insgesamt 10,23 ? (20 DM) zu erwerben. Auch in Köln und Erfurt drängten sich Hunderte nach den Münzpäckchen.

Die deutschen Geldinstitute verstärkten ihr Personal für die erwartete große Nachfrage nach den 53,5 Mill. ?-Münzpäckchen und richteten zumeist Sonderschalter ein. "Die meisten wollen nicht ein, sondern drei Starter Kits haben", sagte ein Sprecher der Stadtsparkasse Hannover. Viele Käufer wollten die Münzsäckchen zu Weihnachten verschenken. Ein Bankangestellter in Leipzig berichtete: "Wir haben vier Sonderschalter eingerichtet, aber bisher scheint es ein ganz normaler Tag zu werden."

Die Kunden kauften im Schnitt fünf Münz-Beutel, sagte ein Sprecher der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam. Auch in Mecklenburg-Vorpommern meldeten die Banken ein "reges Interesse". "Das war aber nicht der Ansturm, den wir erwartet haben", sagte ein Sprecher der Schweriner Sparkasse.

In Wuppertal sicherte sich Bundespräsident Johannes Rau seine ersten Euro. Das Staatsoberhaupt reihte sich in seiner Heimatstadt geduldig in eine Warteschlange vor einem Kassenschalter ein. "Ich glaube, dass wir uns schnell daran gewöhnen werden. Das ist eine ganz große Erleichterung", sagte Rau, nachdem er für 20 DM ein Kennenlern- Päckchen mit den Worten "So sieht das also aus" erstanden hatte.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) kaufte in Stuttgart zwei Euro-Münzpäckchen. "Ein Päckchen behalte ich, das andere verteile ich an meine Enkel", sagte Teufel. Der nordrhein- westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) verkaufte am Morgen in der Düsseldorfer Innenstadt Starter-Päckchen.

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