Regierung entscheidet am Mittwoch
Crossairs Langstreckenpläne sind gescheitert

Ohne eine weitere Staatshilfe droht der Schweizer Luftfahrt schon bald der nächste Kollaps. Die Regierung in Bern wird am Mittwoch entscheiden, ob sie der abgestürzten Fluggesellschaft Swissair weitere 1,7 Mrd. sfr (1,1 Mrd. Euro) überweist, um den Langstreckenverkehr in der Schweiz bis Ende März 2002 zu sichern.

ebe DÜSSELDORF. Das ursprüngliche Rettungsmodell "Phoenix", bei dem die Regionalflug-Tochter Crossair die Langstreckenflüge der Swissair schon Ende Oktober übernehmen sollte, ist gescheitert. Die Übertragung der Langstrecke auf die Crossair-Plattform sei aus rechtlichen und operativen Gründen so schnell nicht möglich, sagte der Direktor des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftfahrt, André Auer. Es müssten mehr als 130 bilaterale Abkommen geändert werden.

Die Langstreckenflotte soll deshalb bis zum Ende des Winterflugplans (29. März 2002) unter dem Swissair-Code fortgeführt werden, woraus sich ein weiterer, massiver Kapitalbedarf ergibt. Crossair-Vorstandschef André Dosé beziffert die zusätzlichen Betriebskosten für diese Zwischenlösung auf bis zu 1,7 Mrd. sfr. In Branchenkreisen heißt es, die Übergangsfinanzierung sei ohne eine weitere staatliche Beteiligung nicht möglich.

Weil der Schweizer Bund bereits 450 Mill. sfr in die marode Swissair gesteckt hat, drohen nun allerdings Konflikte mit der EU. Die EU-Kommission hat in der vergangenen Woche angekündigt, das Subventionieren insolventer Fluglinien nicht länger zu dulden. Die Schweiz ist zwar kein EU-Mitglied, will sich aber durch ein Verkehrsabkommen voll den Spielregeln der EU unterwerfen. Das Abkommen ist allerdings noch nicht ratifiziert.

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