Regierung hofft weiter auf Kredite des IWF
Argentinien: Erneut Proteste gegen Sparpolitik

Erneut haben zehntausende Argentinier in Buenos Aires gegen den Sparkurs und die Wirtschaftspolitik der Regierung demonstriert. "Schluss mit den Einschränkungen und Schluss mit dem Neoliberalismus", sagte einer der Leiter der Proteste, Luis D'Elia, am Donnerstag (Ortszeit) bei einer Abschlusskundgebung vor dem Präsidentenpalast.

dpa BUENOS AIRES. Seit Wochen entlädt sich die Frustration über die jahrelange Wirtschaftskrise, wiederholte Gehaltskürzungen und die steigende Arbeitslosigkeit immer wieder in Straßenblockaden und fast täglichen Kundgebungen.

Die Regierung von Präsident Fernando de la Rua kämpft angesichts einer Auslandsverschuldung von etwa 150 Mrd. $ (164,8 Mrd. Euro/322 Mrd. DM) gegen den ständig drohenden Staatsbankrott. Kürzungen von 13 % bei Renten und Staatsgehältern sollen einen ausgeglichenen Haushalt ermöglichen.

Die Regierung hofft, durch drastische Einschnitte bei den Ausgaben weitere Kredite vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten. Damit soll das Bankensystem gestützt werden. Finanzexperten warnen seit längerem vor der Gefahr eines Massenansturms der verunsicherten Bevölkerung auf die Banken. Allein im Juli sollen etwa 6 Mrd. $ an Devisen von Konten und Depots abgezogen worden sein.

Im Großraum Buenos Aires leben mittlerweile ein Drittel der etwa zwölf Mill. Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Dies ging aus einer Studie des Forschungsinstituts INDEC hervor. Damit mussten fast vier Mill. Menschen bei einem höheren Preisniveau als in Europa mit knapp 150 Pesos (165 Euro/322 DM) monatlich auskommen. Zuletzt hatte es ein solches Ausmaß der Armut nur während der Hyperinflation Ende der 80er Jahre unter dem Präsidenten Raul Alfonsin gegeben.

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