Archiv
Regierung liefert „Fuchs“-Panzer in den Irak

Die Bundesregierung will das irakische Militär mit 20 Transportpanzern ausstatten. Unterdessen wächst die Hoffnung auf eine Freilassung der italienischen Geiseln. Die Gewalt im Irak hält unvermindert an.

dpa BERLIN/BAGDAD. Die Bundesregierung will das irakische Militär mit 20 Transportpanzern ausstatten. Unterdessen wächst die Hoffnung auf eine Freilassung der italienischen Geiseln. Die Gewalt im Irak hält unvermindert an.

Die Truppenfahrzeuge vom Typ "Fuchs" werden zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geliefert, wo Deutschland irakische Soldaten ausbilden will. Das sei nach Gesprächen mit der irakischen Übergangsregierung und den VAE beschlossen worden, teilte Regierungssprecher Béla Anda am Dienstag in Berlin mit. Im Irak wird unterdessen die Konfrontation zwischen Aufständischen und dem Militär in den Rebellenhochburgen im Westen des Landes immer härter.

Die US-Armee bombardierte am frühen Morgen erneut mutmaßliche Verstecke von Anhängern des jordanischen Terroristen Abu Mussab el Sarkawi in Falludscha. Das US-Militärkommando sprach von einem "Präzisionsschlag" gegen eine Basis der Terroristen in Falludscha. Angaben über zivile Opfer lagen nicht vor. In Ramadi sprengte sich ein Attentäter mit seinem Wagen in der Nähe eines US-Konvois in die Luft. Es war bereits das dritte Selbstmordattentat gegen Soldaten im Westirak seit Sonntag. Bei einem Angriff von Aufständischen in Basra im Süden des Landes kamen nach Militärangaben zwei britische Soldaten ums Leben.

Regierungssprecher Anda verwies darauf, dass Berlin mit der Lieferung der Panzer Nato-Beschlüsse umsetze. Die für den Irak vorgesehenen Panzer seien unbewaffnet. Es werde noch geprüft, ob Deutschland weitere Bitten der irakischen Übergangsregierung um Ausbildung im Bereich Straßen- und Brückenbau sowie bei der Sprengmittelbeseitigung erfüllen könne. Der Auswärtige Ausschuss des Bundestags soll an diesem Mittwoch über die Rüstungshilfe beraten. Bisher hatte die Bundesregierung nur zugesagt, 100 Bundeswehr - Lastwagen zu liefern und außerhalb des Iraks Soldaten und Polizisten auszubilden.

Unterdessen wuchs die Hoffnung auf eine baldige Freilassung der beiden im Irak verschleppten Italienerinnen. Die Frauen, die für eine private Hilfsorganisation in Bagdad arbeiteten und dort am 7. September verschleppt worden waren, sollen nach Informationen der kuwaitischen Zeitung "Al-Rai Al-Aam" demnächst gegen Zahlung von einer Million Dollar Lösegeld freigelassen werden. Die Entführer hätten am Montag bereits die Hälfte der Summe erhalten. Ein Unterhändler solle noch diese Woche den Rest des Geldes übergeben und dabei die beiden Frauen in Empfang nehmen, hieß es.

Die italienischen Geheimdienste bewerten die Angaben mit größter Vorsicht. Die Angelegenheit sei in einer "delikaten Phase", meldete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Das Verhalten der Entführer lasse sich nur schwer abschätzen.

Einer von insgesamt sechs im Irak verschleppten ägyptischen Ingenieuren wurde inzwischen freigelassen. Die ägyptische Botschaft in Bagdad teilte weiter mit, sie rechne bald mit der Freilassung der restlichen Mitarbeiter der Mobilfunkfirma.

Die US-Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus teilte indes mit, Vertreter der multinationalen Streitkräfte im Irak, des US- Zentralkommandos und der irakischen Übergangsregierung verhandelten mit syrischen Regierungsvertretern über Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an der irakisch-syrischen Grenze. Ziel der Gespräche sei es, den illegalen Grenzübertritt und Waffentransfer zu unterbinden. Bagdad wirft vor allem Syrien und Iran vor, das Eindringen von Terroristen in den Irak nicht zu verhindern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%