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Regierung meldet Festnahme des letzten Saddam-Intimus

Minister der irakischen Übergangsregierung haben die Gefangennahme des Saddam-Vize Isset Ibrahim el Duri in der nordirakischen Stadt Tikrit bekannt gegeben. Der arabische Nachrichtensender El Arabija zitierte Staatsminister Kasim Dawud mit den Worten: „Isset el Duri ist festgenommen“.

dpa BAGDAD/KAIRO. Minister der irakischen Übergangsregierung haben die Gefangennahme des Saddam-Vize Isset Ibrahim el Duri in der nordirakischen Stadt Tikrit bekannt gegeben. Der arabische Nachrichtensender El Arabija zitierte Staatsminister Kasim Dawud mit den Worten: "Isset el Duri ist festgenommen".

Die irakische Nationalgarde habe jedoch ihre Teilnahme an einer möglichen Festnahme dementiert, berichtete der Sender. Die US-Armee in Bagdad erklärte, der ehemalige Stellvertreter von Saddam Hussein im Revolutionären Kommandorat befinde sich nicht im Gewahrsam der multinationalen Truppen.

Ein Polizeioffizier in Tikrit erklärte, Isset Ibrahim sei, ohne Widerstand zu leisten festgenommen worden. Ein Sprecher des Verteidigungsminister hatte dagegen im arabischen Sender El Dschasira zuvor erklärt, bei der Festnahme seien 70 bewaffnete Getreue des ehemaligen Spitzenpolitikers getötet und rund 80 weitere seiner Anhänger festgenommen worden.

Isset Ibrahim, der an Leukämie leidet, sei aufgespürt worden, als er sich in einer Arztpraxis behandeln ließ. Er war der letzte Spitzenfunktionär des gestürzten Regimes von Saddam Hussein, der sich noch auf freiem Fuß befand.

Der Nachrichtensender CNN berichtete, ein Mitarbeiter des US- Verteidigungsministeriums habe Zweifel an den Berichten über die Festnahme geäußert. Bereits im vergangenen Jahr war die Festnahme des Saddam-Vizes fälschlich gemeldet worden. Im Büro des irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi hieß es: "Es ist eine sehr wichtige Person verhaftet worden, bei der vermutet wird, dass es sich um Isset Ibrahim el Duri handelt." Washington hatte auf den Saddam-Vize ein Kopfgeld von zehn Mill. $ ausgesetzt.

Anschläge islamistischer Extremisten und neue Gefechte mit Aufständischen kosteten im Irak am Wochenende zudem mehr als 50 weitere Menschen das Leben. Allein bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeischule im nordirakischen Kirkuk starben am Samstag mindestens 22 Menschen. Nach Aussage eines militanten Islamisten, sollen sich in der westirakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha, in der auch die von Extremisten verschleppten zwei französischen Journalisten vermutet wurden, inzwischen mehr als 2000 arabische Kämpfer aufhalten, von denen ein Großteil den Befehlen des jordanischen Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi folge.

Der französische Außenminister Michel Barnier sagte am Sonntag in Paris, die Journalisten könnten trotz aller Schwierigkeiten auf eine Freilassung hoffen. Er habe Grund anzunehmen, dass die Reporter Christian Chesnot und Georges Malbrunot "bei guter Gesundheit sind und ein günstiger Ausgang möglich ist", sagte er.

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" berichtete am Sonntag, ein arabischer Islamist, der seit Jahren Kontakt zu einem ihrer Reporter halte, habe aus Falludscha angerufen und bestätigt, dass sich El Sarkawi in Falludscha aufhalte. "Momentan gilt sein Wort wahrscheinlich mehr als das irgendeines anderen (Kämpfers)", erklärte er. Auch viele Iraker hätten sich El Sarkawi angeschlossen.

Bei Kämpfen zwischen Aufständischen und US-Soldaten in der nordirakischen Kleinstadt Tel Afar starben am Wochenende laut Polizei mindestens 16 Iraker, fast 60 wurden verletzt. Das US-Militär in Bagdad sprach von einem Einsatz gegen eine Terrorzelle.

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