Regierung noch nicht gebildet
Haiders Taktik ging in der Steiermark nicht auf

dpa WIEN. Die Taktik des langjährigen österreichischen Oppositionsführers und heutigen Landeshauptmannes (Ministerpräsidenten) von Kärnten, Jörg Haider, ist gescheitert. Er wollte nach seinem durch internationale Proteste erzwungenen Rücktritt als FPÖ-Chef Nachfolger aufbauen, die wie er die Freiheitlichen zu immer neuen Wahlsiegen führen. Doch die dramatischsten Verluste der FPÖ seit eineinhalb Jahrzehnten in der Steiermark haben ihn offenbar eines Besseren belehrt. Der Wechsel von der erfolgreichen Oppositionsrolle zur österreichischen Regierungspartei ist Haiders FPÖ offenbar nicht gut bekommen.

Ganz anders steht die ÖVP von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel dar. Einen so strahlenden Wahlsieg habe sie "nicht zu erträumen gewagt", jubilierte die ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat. Doch mit diesem glänzenden Ergebnis erwächst Schüssel in der alten und neuen steierischen Ministerpräsidentin Waltraud Klasnic eine starke Konkurrentin. Sie hatte bei den Wählern als gefühlsbetonte Landesmutter gepunktet, die aber auch den Wirtschaftsaufschwung der Steiermark mit vielen neu angesiedelten modernen Betrieben bewerkstelligt hatte.

SPÖ konnte wieder nicht Tritt fassen

Die Sozialdemokraten (SPÖ), die nach dem Verlust ihrer Jahrzehnte langen Kanzlerschaft ins innerparteiliche Chaos gestürzt war, konnten in der Steiermark nicht wieder Tritt fassen. Eine Erneuerung der Partei an Haupt und Gliedern, wie sie der neue Parteichef Alfred Gusenbauer versprochen hatte, dürfte jetzt nicht mehr aufzuschieben sein. Doch Meinungsforscher hatten bezweifelt, ob Gusenbauer als Berufspolitiker und Mann des SPÖ-Apparates überhaupt für diese Rolle geeignet ist.

Die alles entscheidende Frage ist jedoch: Wie reagiert der Rechtspolulist Jörg Haider nach der schweren Niederlage seiner Getreuen. Schon seit längerem hatten die Medien berichtet, die rigorose Sparpolitik auch seiner Bundesminister passe ihm schon lange nicht mehr. Denn die Belastungen träfen vor allem die kleinen Leute, also die Stammwählerschaft der FPÖ. In der letzten Woche gab es wieder Spekulationen, Haider werde als Fraktionsvorsitzender ins Bundesparlament zurückkehren, um als Retter in seiner Partei wieder "Ordnung zu schaffen".

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