Regierung rechnet mit 36 Toten nach Grubenunglück
Ukraine: Suche nach Überlebenden eingestellt

Einen Tag nach dem verheerenden Grubenunglück im ukrainischen Donezk-Becken haben die Rettungskräfte am Montag die Suche nach Überlebenden eingestellt.

ap DONEZK. Nach amtlichen Angaben kamen mindestens 36 Kumpel bei der Methangas-Explosion in einem Schacht 1 300 Meter unter der Erde um Leben. In der Nacht zum Sonntag kämpften sich mehr als 1 000 Helfer gegen Flammen und Rauch zur Explosionsstelle vor. Überlebende fanden sie keine. Unter schwersten Bedingungen bargen sie 17 Leichen.

Bis dahin waren ein Dutzend weitere tote Kumpel aus der Tiefe geholt worden. Widersprüchliche Angaben verschiedener Rettungstrupps machten es am Montag schwer, das genaue Ausmaß der Katastrophe abzusehen. Sowohl der Gewerkschaftschef der Zeche Sasjadko, Juri Sajaz und das Katastrophenschutzministerium in Kiew sprachen von 36 Todesopfern. 39 Kumpel lagen zum Teil mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 250 Arbeiter unter Tage. Überlebende berichteten von drei schnell aufeinander folgenden Explosionen, die Behörden sprachen von einer großen Explosion. Es war das schwerste Grubenunglück in der Ukraine in diesem Jahr. Präsident Leonid Kutschma reiste am Montag nach Donezk, um sich über die Lage und den Stand der Ermittlungen zu informieren.

Die Ukraine, seit 1991 unabhängig, zahlt weltweit den höchsten Blutzoll im Bergbau. 1998 und 2000 kamen bei ähnlichen Explosionen 63 beziehungsweise 81 Kumpel ums Leben. 1998 wurden 360, 1999 insgesamt 274 und im vergangenen Jahr 318 Bergleute getötet. In diesem Jahr lag die Zahl der Toten bisher bei mindestens 120. Die Unglücke sind oft auf veraltete Ausrüstung und Arbeitsgeräte zurückzuführen. Methan ist ein geruchloses Gas, das sich bei Arbeiten unter Tage bei schlechter Belüftung am Boden oder in Schächten ansammelt. In Verbindung mit Luft bildet sich ein hochexplosives Gemisch.

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