Regierung sieht keine Eile bei "Kursk"-Bergung
Putin erhöht Gehälter für Atomwaffen-Experten

Auf die massive Kritik an seiner Rolle in der U-Boot-Tragödie reagierte Staatspräsident Putin mit einer Gehaltserhöhung für die Beschäftigten im atomaren Rüstungssektor. Unterdessen betreiben die russischen Militärs Ursachenforschung: Ein ausländisches U-Boot soll für Katastrophe verantwortlich sein.

ap MOSKAU. Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat nach der massiven Kritik am teils maroden Zustand des Militärs und an seinem Verhalten in der U-Boot-Tragödie die Gehälter der Beschäftigten im atomaren Rüstungssektor erhöht. Die Gehaltserhöhung werde am Januar 2001 in Kraft treten, teilte Putins Büro am Freitag mit. Die Bestimmung gilt auch für ehemalige Atomwaffen-Experten, die mindestens 15 Jahre in dem Bereich gearbeitet haben und staatliche Unterstützung erhalten. Die Höhe der Gehaltssteigerung wurde nicht genannt. Bereits am Donnerstag hatte Putin ein Dekret unterzeichnet, das die Gehälter von Polizei und Militär um 20 % ab dem kommenden Dezember erhöht.

Putin hatte sein Amt mit dem Versprechen angetreten, dem an chronischer Geldnot leidenden Militär und den Sicherheitskräften wieder mehr Gewicht zu verschaffen. Die Finanznot der Streitkräfte, aber auch das Verhalten Putins wurden nach der jüngsten U-Boot-Tragödie in der Barentssee in der Öffentlichkeit heftig kritisiert.

Die Radioaktivität an der Unglücksstelle des Atom-U-Bootes "Kursk" ist nach Angaben von Ministerpräsident Michail Kasjanow nicht erhöht. Daher bestehe kein Grund zur Eile, sagte Kasjanow bei einem Besuch der Atomforschungsanlage Sarow, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete.

Unterdessen prüft Moskau laut Verteidigungsminister Igor Sergejew zehn Hypothesen über die Ursache der Havarie in der Barentssee. Er selbst neige zu der Ansicht, eine Kollision mit einem ausländischen U-Boot habe das Unglück verursacht, sagte Sergejew. Die USA und Großbritannien hatten nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Katastrophe keine Schiffe in der Nähe des Unglücksortes.



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