Regierung und Opposition gehen unterschiedliche Wege
Die Pläne zur Gesundheitsreform

Im Gesundheitssystem wollen sowohl Regierung als auch Opposition 13 Mrd. ? einsparen. Damit soll der Krankenkassen-Beitragssatz von derzeit 14,3 auf 13 % gesenkt werden. Allerdings wollen Rot-Grün und Union unterschiedliche Wege zum niedrigen Beitragssatz beschreiten. Bei beiden sollen aber die Versicherten in Zukunft mehr aus eigener Tasche zahlen.

HB/dpa BERLIN. Die Kernpunkte der beiden Ansätze im Vergleich:

ZUZAHLUNGEN: Nach dem Willen der Regierung bleiben die Arzneimittel-Zuzahlungen für kleine Packungen bei 4 ?, während die für mittlere von 4,50 auf sechs und die für große Packungen von fünf auf 8 ? steigen sollen. Patienten, die stets erst zum Hausarzt gehen oder an Chroniker-Programmen teilnehmen, sollen nur die Hälfte zahlen. Empfänger von Sozialhilfe brauchen nur einen Euro abzugeben. Die Zuzahlungen bei einem Klinikaufenthalt steigen von neun auf 12 ? pro Tag. Patienten, die ohne Überweisung eines Hausarztes zum Facharzt gehen, sollen (mit einigen Ausnahmen) eine Gebühr von 15 ? zahlen. Brillen auf Kassenkosten soll es nur noch für Kinder, Jugendliche und bei schweren Sehfehlern geben.

Nach den Plänen der Union sollen die Patienten generell 10 % der Kosten für Medikamente, Krankenhausaufenthalte und Arztbesuche selbst zahlen. Allerdings müssten dann Preise für Arztbehandlungen festgelegt werden. Pro Leistung soll der Versicherte mindestens 5 ? zahlen. Kein Patient soll aber mehr als 2 % seines Jahresbrutto-Einkommens für Eigenbeteiligungen aufwenden müssen. Ausgenommen von der Selbstbeteiligung sollen Behandlungen von Kindern und Vorsorgeuntersuchungen sein. Die Union verspricht sich durch die Neuregelung der Eigenbeteiligung eine Entlastung von jährlich sechs bis sieben Mrd. ? für die gesetzlichen Kassen.

ZAHNERSATZ: Nach dem rot-grünen Gesetzentwurf sollen die Kassen statt prozentualer Zuschüsse therapiebezogene Festzuschüsse zahlen.

Bei der Union soll der Zahnersatz aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen ganz wegfallen. Die Bürger müssten sich dann laut Union für etwa 7,50 ? pro Monat privat versichern. Wer jünger als 18 Jahre ist, soll beitragsfrei bleiben. Die Union will beim Zahnersatz gut drei Mrd. ? sparen.

KRANKENGELD: Bei Rot-Grün sollen die Versicherten allein für ihre Lohnfortzahlung bei Lanzeiterkrankungen vorsorgen. Die Krankengeld- Versicherung, die sonst mit der Lohnfortzahlung nach sechs Wochen einspringt, sollen die Arbeitnehmer dann selbst zahlen. Dies macht ungefähr 3,5 Mrd. ? zusätzlich aus. Es bedeutet den Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung der Kassenbeiträge, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer je die Hälfte der Beiträge zahlen.

Die Union will das Krankengeld in der paritätischen Finanzierung belassen.

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