Regierung verzichtet
Kein Gesetz zu Managerbezügen

Nach Vorlage des Berichts der Cromme-Kommission will die Bundesregierung keine gesetzliche Regelung zur Begrenzung von Managerbezügen einführen.

Reuters BERLIN. Nach Vorlage des Berichts der Cromme-Kommission will die Bundesregierung keine gesetzliche Regelung zur Begrenzung von Managerbezügen einführen. Die Regierung vertraue auf die Selbstregulierungskräfte der Wirtschaft und wolle derzeit keine gesetzgeberischen Aktivitäten starten, sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums am Donnerstag in Berlin. Man werde aber beobachten, wie die Empfehlungen der Regierungskommission Corporate Governance Kodex umgesetzt werden.

Das Gremium hatte sich am Mittwoch dafür ausgesprochen, in bestimmten Fällen Aktienoptionen für Unternehmensvorstände zu begrenzen. Weiter schlug die Kommission unter Leitung des ThyssenKrupp-Aufsichtsratchefs Gerhard Cromme die grundsätzliche Offenlegung der Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten der börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften vor.

Das Bundesjustizministerium kündigte an, die Empfehlungen der Kommission noch im Juni im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Danach seien börsennotierte Unternehmen verpflichtet, öffentlich eine Begründung dafür abzugeben, wenn sie sich nicht an die Empfehlungen halten, sagte der Sprecher.

Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte zuletzt damit gedroht, Managerbezüge gesetzlich zu begrenzen, sollte die Wirtschaft nicht zu Selbstregulierungen kommen. Zypries begrüßte nun die Beschlüsse der Kommission: "Die Kommission unter dem Vorsitz von Herrn Cromme hat gezeigt, dass sie handlungsfähig ist und drängende unternehmenspolitische Fragen löst."

Angesichts vielfach rückläufiger Gewinne der großen Unternehmen in der gegenwärtig schwachen Konjunkturphase waren die oft sehr hohen Gehälter der Manager in die öffentliche Kritik geraten. Die meisten der im Börsenbarometer DAX vertretenen 30 größten deutschen Aktiengesellschaften haben bislang nur die Summe ihrer Vorstands- und Aufsichtsratsvergütungen in ihren Geschäftsberichten offen gelegt.

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