Regierung von hoher Zahl an Bewerbern überrascht
Schweden zögert UMTS-Vergabe hinaus

hst STOCKHOLM. Die für Ende dieses Monats angekündigte Entscheidung der schwedischen Telekommunikationsbehörde über die Vergabe der vier UMTS-Lizenzen in Schweden wird sich bis zum 16. Dezember verzögern. Als Grund gab die Behörde die mit zehn Bewerber-Konsortien überraschend hohe Anzahl von Interessenten an, die zusätzliche Arbeit verursacht habe. "Wir hatten ursprünglich nur mit rund sechs Bewerbungen gerechnet", erklärte eine Sprecherin. Die Verzögerung kam nicht überraschend, da sich in den vergangenen Wochen die Anzeichen für eine längere Prüfung der Anträge gemehrt hatten.

Gleichzeitig ist auch die Kritik an dem schwedischen Verfahren eines Beauty Contest, in dem nach Netzabdeckung und Ausbaugeschwindigkeit entschieden wird, größer geworden. Mehrere Konsortien haben bereits durchblicken lassen, dass sie vor Gericht ziehen werden, wenn sie leer ausgehen sollten. Damit könnte sich der endgültige Vergabeprozess deutlich verzögern. Vertreter der bürgerlichen Oppositionsparteien forderten deshalb bereits den Stopp des Schönheitswettbewerbs. "Wir finden, die Regierung sollte ganz schnell eine Auktion starten", erklärte Eva Flyborg von den Liberalen. Ein jetzt schnell angesetztes Auktionsverfahren könnte ihrer Auffassung nach bereits im Januar kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Schweden ist mit einer Handy-Verbreitung von nahezu 70 % eines der weltweit führenden Mobilfunk-Länder. Gleichzeitig gilt die Hauptstadt Stockholm als das "Mobile Valley", in dem sich neben dem Weltmarkführer bei Mobilfunksystemen, der schwedischen Ericsson, nahezu alle namhaften Telekommunikationskonzerne mit Tochtergesellschaften niedergelassen haben. Deshalb wird die Entscheidung über die Vergabe der UMTS-Lizenzen mit Interesse auch außerhalb des Landes verfolgt. Unter den zehn interessierten Konsortien befindet sich auch die Deutsche Telekom-Tochter T-Mobile. Das Unternehmen hat zusammen mit dem schwedisch-schweizerischen Technologiekonzern ABB und dem norwegisch-schwedischen Breitbandkabelbetreiber Utfors das Konsortium Mobility4Sweden gebildet. "Wir rechnen uns gute Chancen aus und sind mit dem bisherigen Verfahren zufrieden", erklärte ein Telekom-Sprecher.

Die Verzögerung bei der Lizenzvergabe sowie die Gefahr gerichtlicher Schritte ist ein weiterer Rückschlag für die großen Telekom-Konzerne. Zuvor waren UMTS-Auktionen in Italien und Österreich gescheitert, in der Schweiz ist die Auktion verschoben worden.

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