Regierung will Beiträge unter 13 Prozent drücken: Auch Rürup prophezeit 15 Prozent

Regierung will Beiträge unter 13 Prozent drücken
Auch Rürup prophezeit 15 Prozent

Der Vorsitzende der Sozialreform-Kommission, Bert Rürup, hat sich den negativen Expertenprognosen zu den Krankenkassen- Beiträgen angeschlossen. is zum Ende des Jahres hält er einen Anstieg der Beiträge auf 15 Prozent für möglich.

HB/dpa MÜNCHEN. Trotz der Sparanstrengungen dürften sie "Ende des Jahres im Schnitt eher bei 15 Prozent liegen als bei 14 Prozent", sagte Rürup dem Nachrichtenmagazin "Focus". Derzeit liegt der Durchschnittssatz bei 14,4 Prozent.

Rürup zeigte sich skeptisch, dass die Bundesregierung ihr Ziel erreicht, die Beiträge unter 13 Prozent zu drücken: "Bislang sieht es noch eher so aus, dass die Politik Schwierigkeiten hat, nur unter einen durchschnittlichen Krankenkassenbeitrag von 14 Prozent im nächsten Jahr zu kommen." Um unter die von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geplanten 13 Prozent zu kommen, müssten 20 bis 25 Mrd. Euro eingespart werden. "Dann wird man aus unserem Paket nicht sonderlich viel herausschneiden können", sagte Rürup zu den Vorschlägen seiner Kommission.

Die Pharmaproduzenten ermutigten die Bundesregierung zu einer umfassenden Gesundheitsreform auf Grundlage der Rürup-Vorschläge. Die Gefahr sei groß, dass "doch nur wieder ein kleinteiliges Reparaturgesetz entsteht", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), Cornelia Yzer, am Freitag in Berlin. Die Chance zu echten Reformen dürfe nicht im SPD - internen Streit untergehen.

Gesetzlich Versicherte müssten künftig die Wahl zwischen verschiedenen Leistungspaketen haben. Und die "Kassenmonopole" ohne Preis-Leistungs-Wettbewerb müssten beendet werden, verlangte Yzer. Die 44 VFA-Mitglieder repräsentieren nach Verbandsangaben mehr als zwei Drittel des deutschen Arzneimittelmarktes.

Derweil wies die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück, sie stehe kurz vor der Pleite. Diese Spekulationen seien absurd, sagte DAK-Vorstandschef Hansjoachim Fruschki. Die DAK sei eine der wenigen Kassen, "deren Einnahmen zurzeit höher sind als die Ausgaben". Damit sei sie in der Lage, das Defizit des Vorjahres von 423 Millionen Euro abzubauen. Die "Bild"- Zeitung hatte am Donnerstag berichtet, der DAK fehlten "rund 600 Millionen Euro" zu einem ausgeglichenen Haushalt.

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