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Regierung will vorerst kein Offenlegungsgesetz von Manager-Gehältern

Die Bundesregierung will die im deutschen Aktienindex Dax registrierten Unternehmen vorerst nicht per Gesetz zwingen, die einzelnen Gehälter ihrer Vorstände offen zu legen.

dpa-afx BERLIN. Die Bundesregierung will die im deutschen Aktienindex Dax registrierten Unternehmen vorerst nicht per Gesetz zwingen, die einzelnen Gehälter ihrer Vorstände offen zu legen.

Erst im Sommer kommenden Jahres wolle das zuständige Justizministerium prüfen, ob eine ausreichende Zahl dieser 30 Kapitalgesellschaften die Daten auf freiwilliger Basis veröffentlicht, sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin. Dann werde sich entscheiden, ob doch noch eine gesetzliche Regelung notwendig werde. Auf eine konkrete Zahl, von der an die Regierung auf ein Gesetz verzichtet, wollte sie sich nicht festlegen.

Bewusstseinswandel

Viele Unternehmen zeigten inzwischen Bereitschaft zu diesem Schritt. Man müsse ihnen für diesen "Bewusstseinswandel" ausreichend Zeit geben, sagte die Ministeriumssprecherin. Neun Dax-Unternehmen legten bereits die Gehälter von Vorstand und Aufsichtsrat individualisiert offen, acht hätten dies angekündigt. Beim Rest sei dies noch nicht klar. Die "Financial Times Deutschland" (FTD/Freitag) schrieb, sechs weitere Unternehmen erwägten eine Offenlegung.

Regierungssprecher Béla Anda wies die Darstellung des Blattes zurück, Bundeskanzler Gerhard Schröder und SPD-Partei - und Fraktionschef Franz Müntefering hätten eine Initiative aus der SPD - Fraktion gestoppt. Fraktionsvize Joachim Poß hatte für eine schnelle Regelung plädiert und sich damit gegen Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) gestellt. Zypries wollte von vornherein die Hauptversammlungen 2005 abwarten. Damit sind nun die Chancen für eine gesetzliche Regelung noch vor der Bundestagswahl 2006 gesunken.

Telekom und Post Legen Gehälter Bereits Offen

Das Finanzministerium teilte mit, dass die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Post World Net AG , an denen der Bund beteiligt ist, ihre Manager-Gehälter bereits offen legten. Die bundeseigene Bahn habe dies für dieses Geschäftsjahr angekündigt.

Laut "FTD" wird als entscheidend angesehen, dass nun auch Volkswagen als erster der drei Autokonzerne im Dax die Offenlegung der Gehälter ab 2005 angekündigt hat. BMW und Daimler-Chrysler verweigerten bislang diese Angaben, ebenso wie Basf , Continental , Lufthansa , Fresenius , Infineon und MAN . Die Aufsichtsräte aller Dax-Unternehmen stünden jedoch unter dem Druck internationaler Kapitalanleger, die zunehmend auf Transparenz bei den Vorstands- Gehältern drängen.

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