Regierungsbildung bis Ende März
Scharon und Barak wollen über Koalition sprechen

Der künftige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon und der bei der Wahl unterlegene Ehud Barak wollen am Freitag offenbar über eine Koalition reden. Eine Sprecherin von Scharons rechter Likud-Partei sagte am Donnerstag in Jerusalem, Scharon und Barak würden bei ihrem Treffen wahrscheinlich über die Aussichten für eine Regierungskoalition diskutieren.

Reuters JERUSALEM. Der Sprecher des Friedensnobelpreisträgers Schimon Peres, der wie Barak der Arbeiterpartei angehört, sagte, Ziel sei die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. Scharon muss bis Ende März eine Regierung bilden. Andernfalls müssten das Parlament und der Ministerpräsident neu gewählt werden.

Bereits am Donnerstag hatten Gespräche zwischen Vertretern von Arbeiterpartei und Likud begonnen. Barak hatte nach seiner Niederlage bei der Ministerpräsidentenwahl am Dienstag angekündigt, er werde den Vorsitz der Arbeiterpartei und sein Parlamentsmandat abgeben, sobald Scharon eine Koalition gebildet habe. Am Donnerstag entschied sich Barak, gemeinsam mit Peres die Partei zu einen und in Koalitionsverhandlungen führen.

Am Donnerstag wurde erstmals nach der Wahl in einem jüdischen Viertel Jerusalems ein Bombenanschlag verübt, zu dem sich zwei bislang unbekannte radikale Palästinenser-Gruppen bekannten. Eine Frau wurde nach Polizeiangaben leicht verletzt. Zuvor hatte Scharon nach eigenen Angaben Palästinenser-Präsident Jassir Arafat in einem Brief mitgeteilt, er werde die Friedensgespräche erst fortsetzen, wenn die Gewalt beendet sei.

Die USA teilten unterdessen am Donnerstag mit, die vom früheren US-Präsidenten Bill Clinton unterbreiteten Vorschläge in den Friedensverhandlungen seien nicht als Position der neuen US-Regierung zu verstehen. Der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, sagte in Washington, die Clinton-Regierung habe seinerzeit erklärt, ihre Vorschläge seien mit dem Ende von Clintons Amtszeit hinfällig, es sei denn, Israel und die Palästinenser hätten sie angenommen.

Clinton hatte einen palästinensischen Staat vorgeschlagen, der den gesamten Gaza-Streifen und den größten Teil des Westjordanlandes umfassen sollte. Israel und Palästinensern sollten sich die Souveränität über den arabischen Ostteil Jerusalems teilen. Im Gegenzug sollten die Palästinenser ihre Forderung nach einem Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge und einen Teil des Westjordanlandes aufgeben. Die Palästinenser hatten dies abgelehnt.

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