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Regierungskoalition in Montenegro aufgelöst

dpa BELGRAD/PODGORICA. Die reformorientierte Regierungskoalition in Montenegro ist am Donnerstagabend aufgelöst worden. Der Vizeregierungschef und drei Minister aus der Volkspartei (NS) haben die Regierung verlassen, nachdem die beiden anderen Partner eine Plattform über die Neudefinierung der Beziehungen zwischen Montenegro und Serbien verabschiedet hatten, meldete die Nachrichtenagentur Beta. Diese sieht die Selbstständigkeit und internationale Anerkennung der Unabhängigkeit der beiden jugoslawischen Teilrepubliken vor.

Die Koalition "Für ein besseres Leben" bestehe nicht mehr, sagte zuvor Predrag Popovic, Vizechef der Volkspartei (NS). Die Schuld an dem Zerfall der Koalition trage Republikspräsident Milo Djukanovic, sagte Popovic dem Lokalsender NTV-Montena. Streitpunkt sind die künftigen Beziehungen zwischen Montenegro und Serbien und die Zukunft des gemeinsamen Staates Jugoslawien. Die Demokratische Partei der Sozialisten (DPS) von Djukanovic und die Sozialdemokratische Partei (SDP) wollen eine Lostrennung von Jugoslawien durch ein Referendum erreichen. Die NS setzt sich für einen gemeinsamen Staat der beiden Republiken ein.

Die Koalition wurde 1998 gebildet, nachdem diese drei Parteien gemeinsam an den Parlamentswahlen teilgenommen hatten. Mit dem Ausscheiden der NS aus der Koalition hat die verbliebene Regierung nicht mehr die notwendige Mehrheit im 78 Sitze umfassenden Parlament.

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