Regierungsmitglieder dementieren
Israel nennt Bedingung für Bethlehembesuch

Israel hat nach Angaben aus Regierungskreisen Bedingungen für die Lockerung des Reiseverbots für Palästinenser-Präsident Jassir Arafat gestellt. Wenn Arafat alle Personen in Ramallah bis zum Abend festnehmen ließe, die für das Attentat auf den israelischen Tourismusminister Rehawam Seewi verantwortlich seien, könne Arafat zum Weihnachtsbesuch nach Bethlehem reisen, hieß es in israelischen Regierungskreisen am Montag.

Reuters JERUSALEM. Israel hatte Arafat den Besuch in Bethlehem mit der Begründung verboten, er bemühe sich nicht um die geforderte Zerschlagung von "palästinensischen Terror-Organisationen". Der palästinensische Kabinettsminister Jasser Abed Rabbo bestritt, dass Bedingungen gestellt worden seien.

Der militärische Flügel der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) hatte sich zu dem Anschlag auf Seewi im Oktober bekannt. Die PFLP hatte den Anschlag als Rache für die Ermordung ihres Chefs Abu Ali Mustafa im August bezeichnet. Nach israelischen Angaben halten sich mindestens zwei der Verantwortlichen in Ramallah auf. Zudem plane die Organisation weitere Anschläge in Israel.

Israels Minister für Öffentliche Sicherheit, Usi Landau, sagte dem israelischen Fernsehen mit Blick auf Kritik an dem Reiseverbot für Arafat, Arafat müsse militante Palästinenser festnehmen, das habe Priorität. Arafat wolle Bethlehem als politische Bühne nutzen, um seine Ziele voranzutreiben, sagte Landau weiter.

Informationsminister Rabbo sagte, es seien keine Bedingungen an die palästinensischen Behörden übermittelt worden. Das sei nur eine Inszenierung für die Medien.

Arafat hat angekündigt, notfalls zu Fuß von Ramallah nach Bethlehem zu gehen. Arafat nimmt seit 1995 in der Stadt an einer Messe zu Weihnachten teil. Um nach Bethlehem zu kommen, müsste Arafat israelisch kontrolliertes Gebiet durchqueren. Bethlehem ist etwa 20 Kilometer von Ramallah entfernt, wo Arafat seit Mitte des Monats in seinem Hauptquartier festsitzt. Die israelische Armee hat einen Belagerungsring um die Stadt gezogen und Arafats Hubschrauber zerstört. Es galt als unwahrscheinlich, dass der gesundheitlich angeschlagene 72-Jährige tatsächlich einen Fußmarsch versuchen würde. In der Nacht zu Montag verstärkte Israel seine Truppen um Ramallah herum.

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