Regierungstruppen dringen in belagerte Stadt ein
USA entsenden Soldaten an die Elfenbeinküste

Loyale Regierungstruppen der Elfenbeinküste sind am Dienstag in die von Aufrührern belagerte Stadt Bouaké eingedrungen. Dies meldete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf einen Armeesprecher.

HB/dpa NAIROBI/ABIDJAN. Augenzeugen in der Stadt berichteten von heftigen Schusswechseln. Unterdessen bereiteten sich französische und amerikanische Soldaten darauf vor, ihre Landsleute an der Elfenbeinküste zu schützen.

Sechs afrikanische Staatschefs wollen am Donnerstag in Marokko zusammenkommen, um nach einer Lösung für das von Unruhen geplagte westafrikanische Land zu suchen. Ein Sprecher der Regierung erklärte in Abidjan, auch Präsident Laurent Gbagbo sowie Vermittler der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich würden an den Gesprächen teilnehmen.

Im Land selbst behielten die Aufrührer auch am fünften Tag nach Beginn ihrer Soldatenrebellion mehrere Städte unter ihrer Kontrolle. Lokale Radiosender meldeten neben Gefechten in Bouaké auch Kämpfe in der nördlichen Stadt Korhogo.

Die USA wollten US-Medienberichten zufolge zum Schutz von Amerikanern an der Elfenbeinküste 200 Soldaten entsenden. Die ersten würden noch im Laufe des Tages dort erwartet, berichtete der Nachrichtensender CNN am Dienstag. Die Soldaten seien auf Bitten des US-Botschafters entsandt worden, um die Sicherheit der etwa 2000 Amerikaner in dem Land zu garantieren, hieß es.

Rund 200 französische Soldaten verstärken seit Sonntag das ständige französische Kontingent von rund 500 Militärs an der Elfenbeinküste. Die Truppen, die Paris aus anderen Stützpunkten Westafrikas dorthin verlagert hat, wurden in Yamoussoukro stationiert. Sie sollen notfalls rund 600 Landsleute sowie 300 US- Bürger aus der 100 Kilometer nördlich der Verwaltungshauptstadt Yamoussoukro gelegenen Stadt zu retten. Unter den Eingeschlossenen sind auch 200 Schüler, die meisten von ihnen Kinder amerikanischer Missionare.

Der Aufstand im ehemals stabilsten Land Westafrikas hatte am vergangenen Donnerstag nahezu zeitgleich in drei Städten begonnen. Zunächst hieß es, die Meuterer forderten ihre Widereingliederung in die verkleinerte Armee. Inzwischen sind ihre Ziele und Anführer jedoch unklar. Die Regierung machte Ex-Juntachef, General Robert Gueï, als Drahtzieher verantwortlich. Er kam während der Unruhen ums Leben. Angehörige gaben an, Gueï und seine Frau seien von den Meuterern exekutiert worden.

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