Regierungsvorsprung für Euro groß genug
Euro von Bundestagswahl wenig beeindruckt

Zwar zog die Gemeinschaftswährung im Verlauf des Vormittagsgeschäfts etwas an, aber Analysten begründeten dies vor allem mit den Spannungen im Nahen Osten.

Reuters FRANKFURT/LONDON. Nachdem der Umsatz in Fernost wegen eines Feiertages in Japan am Montag sehr gering war, präsentierte sich der Euro im frühen europäischen Handel mit Kursen um 0,9820 $ zunächst kaum verändert gegenüber dem Freitagsschluss von New York. Im Verlauf zog der Euro leicht auf 0,9845 $ an.

Der knappe Ausgang der Bundestagswahl hat nach Einschätzung von Analysten nur wenig unmittelbaren Einfluss auf den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung. "Es gab zunächst Befürchtungen, dass eine solide Regierungsbasis fehlt. Aber die Regierung hat immerhin einen Vorsprung von elf Mandaten. Es wäre schlimmer gewesen, man hätte sich eine regierungsfähige Mehrheit suchen müssen", sagte Alexandra Bechtel, Analystin von der Commerzbank in Frankfurt. "Wenn der Vorsprung bestehen bleibt, ist das nicht so ein Problem für den Euro." Mitul Kotecha von Dredit Agricole Indosuez erklärte in London dagegen: "Eine so knappe Mehrheit könnte Unsicherheit auslösen und die Verabschiedung von Gesetzen erschweren." Langfrsitig könnte dies den Euro dann schon belasten, fügte Kotecha hinzu. Andere Analysten verwiesen darauf, dass den Umfragen nach ein knappes Ergebnis ja durchaus erwartet worden war.

Der Ölpreis für ein Barrel der führenden Ölsorte Brent zur Lieferung im November stieg am Montag an der International Petroleum Exchange (IPE) in London um 43 Cent auf 28,86 $, nachdem die irakische Regierung am Wochenende angekündigt hatte, im Konflikt um Waffeninspektoren nicht auf eine von den USA angestrebte schärfere Resolution des UNO-Sicherheitsrates eingehen zu wollen. Zudem habe die Belagerung des Hauptquartiers des Palästinenserführers Jassir Arafat in Ramallah durch Israel den Ölpreis zusätzlich nach oben getrieben. Diese Faktoren dämpften die Risikofreude der Investoren und schwächten damit den $, sagte James Malcom, Währungsstratege bei JP Morgan.

Für die am Dienstag bevorstehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed) wird einer Reuters-Umfrage zufolge keine Veränderung der Leitzinsen erwartet. Der Blick der Investoren richtet sich nach Einschätzung von Händlern daher vor allem auf den Inhalt der Fed-Stellungnahme. Volkswirte gehen davon aus, dass die US-Notenbank angesichts der schleppenden Konjunkturerholung wie bei ihrem letzten Treffen im August vor einer wirtschaftlichen Abschwächung warnen wird.

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