Regime hofft auf eine Niederlage der USA
Taliban wollen Kandahar nicht aufgeben

Die Taliban bleiben fest entschlossen, ihre umzingelte Hochburg Kandahar in Südafghanistan zu verteidigen. "Wir werden unsere Nation und Religion verteidigen, so lange wir leben", sagte der Sprecher des obersten Talibanführers Mullah Omar, Sjed Tajad Agha, am Mittwoch in der südostafghanischen Stadt Spin Boldak.

dpa SPIN BOLDAK. "Wir haben dort genügend Leute, um Kandahar und die umgebenden Ortschaften zu verteidigen", sagte der Sprecher weiter in einer von dem amerikanischen Nachrichtensender CNN übertragenen Pressekonferenz.

Die Situation in Kandahar sei völlig ruhig und normal. Agha widersprach auch Meldungen, nach denen andere örtliche Paschtunenführer mit den Taliban Kontakt aufgenommen hätten, um die Regierung der Stadt zu übernehmen. Mullah Omar sei immer noch in Kandahar und denke auch nicht daran, die Stadt zu verlassen.

Der Sprecher lehnte eine Teilnahme der Taliban an der geplanten Berliner Konferenz ab. "Wir werden niemals an einer Dschirga (Stammesversammlung) oder Konferenz außerhalb Afghanistans teilnehmen", sagte Agha. Ausländische Einmischung könne niemals Stabilität in Afghanistan bringen. Agha warf den Großmächten vor, Afghanistan teilen zu wollen. Die Vereinten Nationen könnten keine Hilfe für das Land bringen. Sie seien ein Befehlsempfänger der USA.

Auf die Frage nach dem Verbleib des Terroristenführers Osama bin Laden sagte Agha, man habe keine Informationen über dessen Verbleib. Es gebe keine Nachrichtenverbindung zu ihm. Agha dementierte, dass es zwischen Mitgliedern der Terrororganisation El Kaida und Talibankämpfern zu Auseinandersetzungen in der belagerten Stadt Kundus gekommen sei. Solche Informationen seien "ohne Grundlage und reine Propaganda". Die Taliban hofften auf eine Niederlage der USA. Diese könne zwar nicht durch Waffen errungen werden. "Wir hoffen, dass Allah Amerika zerbrechen wird."

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