Regional große Unterschiede
Experten rechnen mit Erholung in Asien

Die wirtschaftliche Lage sollte sich nach Einschätzung von Konjunkturexperten wieder aufhellen. Allerdings bleibt die Auswahl einzelner Titel weiterhin ein heikles Unterfangen.

ap FRANKFURT/MAIN. Die asiatischen Börsen haben den Anlegern in diesem Jahr wenig Freude bereitet. Zwar sollte sich die wirtschaftliche Lage nach Einschätzung von Konjunkturexperten wieder aufhellen. Asien als Gesamtmarkt sei durchaus positiv zu werten, schreiben beispielsweise die Experten der Axa Investment Managers. Allerdings bleibe die Auswahl einzelner Titel weiter schwierig.

Denn der ökonomische Entwicklungsgrad der einzelnen Staaten ist sehr unterschiedlich. Hoch entwickelte Industrieländer grenzen an Schwellenländer. Das jeweilige Bruttoinlandsprodukt pro Kopf reicht von 656 $ in Indonesien bis zu 22 770 $ in Hongkong, darauf weist Axa hin. Für den Anleger bedeute dies, dass die volkswirtschaftliche Analyse von wesentlicher Bedeutung ist.

Gute Wachstumsperspektiven bescheinigen sowohl Axa als auch die Deutsche Bank der chinesischen Volkswirtschaft. Nach Einschätzung der Deutschen Bank beschleunigen zahlreiche Reformen und Umstrukturierungen derzeit den Wachstumskurs. Im Jahresdurchschnitt erwarten die Experten ein Wachstum von 7,5 %, das sich in den kommenden zwei Jahren weiter beschleunigen sollte. Achillesferse sei allerdings nach wie vor der labile Bankensektor. Er sei weit davon entfernt der im Zuge des WTO-Beitritts zu erwartenden Konkurrenz stand zu halten.

Ein prosperierender Markt ist nach Einschätzung der Experten Hongkong. Die ehemalige britische Kronkolonie dürfte vor allem von seiner Rolle als Finanzportal für China profitieren sagt Axa voraus. Die Deflation scheine besiegt, das Zinsniveau falle und die Arbeitslosenrate sinke, dies alles dürfte die Konsumnachfrage ankurbeln. Für das laufende Jahr erwartet die Deutsche Bank ein Wachstum von 9,5 %.

Rückrat des Aufschwungs in Hongkong sei das hohe Exportwachstum verbunden mit einem Wiederaufleben der Investitionen. Sofern die weltweite Talfahrt der Technologieaktien gestoppt werden könne, sollte der Hongkonger Aktienmarkt wieder an Schwung gewinnen. Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung könnten allerdings von einem anhaltend hohen Rohölpreis ausgehen.

Auch in Südkorea sollte sich der Aktienmarkt nach Einschätzung der Deutschen Bank erholen, sobald die Regierung den Reformstau auflöse. Nach einem prognostizierten Wachstum von 8,8 % in diesem Jahr erwarten die Experten für 2001 allerdings eine Abschwächung auf etwa 5,9 %. Als Ursache nannten sie den erwarteten Exportrückgang vor allem bei Informationstechnologie, da sich die Konjunktur im Hauptausfuhrland USA abschwäche. Auch in Südkorea könnte sich ein dauerhaft hoher Ölpreis zum Problem entwickeln, hieß es weiter in der Deutsche-Bank-Zeitschrift "Private Banking".



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