Regionale Handelsplätze suchen nach Nischen
Börsen im erbitterten Wettbewerb

Unter den deutschen Börsenplätzen ist ein erbitterter Wettbewerb entbrannt. Frankfurt ist bei Aktien mit 90 Prozent Marktanteil der Platzhirsch. Doch die kleineren Regionalbörsen versuchen, ihr Überleben in Nischen zu sichern.

Die Regionalbörsen, die sich selbst bevorzugt als "Retailbörsen" bezeichnen, haben sich teilweise erfolgreich in spezialisierten Geschäftsfeldern positioniert. So zum Beispiel Stuttgart bei Optionsscheinen. Im Zentrum der verschiedenen Strategien stehen meistens sogenannte Market-Maker-Systeme mit einem offenen Orderbuch, das einen transparenten und fairen Handel gewährleisten soll. Die neuen Trading-Plattformen gelten als überlegene Alternative im Vergleich zum herkömmlichen ordergetriebenen Handel. Die agilsten und stärksten "Retailbörsen" sind zur Zeit Stuttgart, Berlin, Hamburg und Düsseldorf.

Offen ist derzeit, wie sich das neue System Xetra Best auf das Geschäft der Regionalbörsen auswirken wird. An der Stuttgarter Börse sieht man die von der Deutschen Börse AG angekündigte geplante Etablierung der "XetraBest"-Plattform für Privatanleger-Orders mit Gelassenheit. Man werde die Plattform nicht mit juristischen Mitteln bekämpfen, obwohl es Zweifel an der Einhaltung von Bestimmungen des Börsengesetzes gebe, sagte Thomas Munz, Vorstandsvorsitzender der Maklergesellschaft Euwax Broker AG, Stuttgart, und Mitglied des Aufsichtsrates der boerse-stuttgart AG, am Dienstag vor Journalisten.

Verwunderlich sei, dass es bislang keine Stellungnahme der Börsenaufsicht der hessischen Landesregierung zu dem Vorhaben der Deutschen Börse gebe, sagte Munz. Die Stuttgarter Börse biete im übrigen mit ihrem "Best-Price"-Prinzip schon seit Jahren die bessere Lösung für Privatanlager als die von "XetraBest" jetzt propagierte.

Beobachter sehen indes die Regionalbörsen in der Existenz bedroht. Vor allem Banken werden gerne auf den neuen elektronischen Handelsweg umschwenken und damit dem Präsenzhandel Volumen wegnehmen. 60 bis 90 Prozent der privaten Aufträge könnten künftig über Xetra Best laufen, vermuten Experten. Noch versuchen die Regionalbörsen indes, geplante Regelungen im Vierten Finanzmarkt-Förderungsgesetz in ihrem Sinne zu beeinflussen. Doch auch auf anderen Gebieten sind sie eifrig bemüht, Nischen zu finden und ertragreich zu füllen. Im Folgenden ein Überblick.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%