Regionalversorger hat internationale Ambitionen
RWE Gas baut Europageschäft auf

Die RWE Gas AG will zu den Großen der Gasbranche in Europa aufschließen. Mit der Übernahme vor allem der tschechischen Transgas sowie der niederländischen Obragas und Intergas peilt RWE Gas 2002 in der Gruppe einen Umsatzsprung um fast 2,8 Mrd. Euro auf 6,2 Mrd. Euro an, erklärte RWE Gas-Chef Manfred Scholle.

agr DORTMUND. RWE setzt hier zu Lande 220 Mrd. kWh ab. Nach der Konsolidierung der Transgas werden es 380 Mrd. kWh sein. Damit rücke RWE in die Spitzengruppe der fünf europäischen Gasanbieter auf, sagte Scholle. Bislang ist die RWE-Tochter die Nummer zwei in Deutschland hinter der Ruhrgas.

Mit der Zustimmung der tschechischen Kartellbehörden zur Übernahme der Transgas rechnet Scholle in Kürze. Das Bundeskartellamt hat das Vorhaben bereits genehmigt. RWE hatte den Zuschlag für Transgas im Januar für 4,1 Mrd. Euro erhalten. Damit sichere sich RWE wichtige Schlüsselpositionen im europäischen Erdgastransitgeschäft, sagte Scholle, da rund 20 % der gesamten westeuropäischen Erdgasnachfrage durch die Leitungen der Transgas transportiert würden. Gleichzeitig erhalte RWE eine führende Position im Absatz und beliefere in Tschechien 2,6 Mill. Kunden.

Ein Auge hat RWE auch auf den polnischen Markt geworfen. Da aber dort die Rahmenbedingungen für die Privatisierung der Energiewirtschaft noch nicht abgesteckt sind, bereitet sich RWE mit kleineren Übernahmen und Partnerschaften auf die Marktöffnung vor. So hat RWE beispielsweise mit der staatlichen Öl- und Gasgesellschaft PGNiG eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Daneben gibt es Beteiligungen an Versorgungsunternehmen in Stettin und Posen.

In den Niederlanden wird RWE durch den Kauf der Regionalversorger Obragas und Intergas einen Marktanteil von 7 % im Gasgeschäft erreichen. Der Kauf ist allerdings noch nicht von der niederländischen Kartellbehörde abgesegnet.

Die RWE Gas AG steigerte 2001 das Betriebsergebnis von 30 auf 151 Mill. Euro. Scholle begründete dies vor allem mit der erstmaligen Einbeziehung der Gasaktivitäten des RWE-Konzerns.

Für 2002 erwartet er eine moderate Steigerung des Gasabsatzes und ein Ergebnis auf dem "guten Niveau" des Vorjahres. Scholle geht davon aus, dass sowohl die Öl- als auch die daran gekoppelten Gaspreise 2002 unter dem Niveau des Vorjahres liegen werden.

Scholle hofft weiter auf den Abschluss der Verbändevereinbarung zur Liberalisierung des Gasmarktes und bedauert, dass diese noch nicht zu Stande gekommen ist. Eine Regulierungsbehörde, wie sie Wirtschaftsminister Werner Müller ins Leben rufen will, lehnt er ab. Am Montag waren die Verhandlungen der Abnehmer und der Gasnetzbetreiber gescheitert.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%