Regionalzeitungen stehen zur Disposition
Süddeutscher Verlag will Ballast abwerfen

Nach Informationen des Handelsblatts erwägt der Konzern, der zu den zehn größten Verlagen in Deutschland zählt, eine Trennung, um sich mit dem Erlös auf das Flaggschiff "Süddeutsche Zeitung", zu konzentrieren.

cbu MÜNCHEN. Deutschlands auflagenstärkste Tageszeitung leidet derzeit stark unter der tiefen Krise am Anzeigenmarkt. Oberstes Ziel sei es, die Unabhängigkeit des Familienkonzerns zu sichern, heißt es. Noch zu Jahresanfang hatte SV-Chef Dirk Refäuter betont, die Regionalzeitungen stünden nicht zur Disposition.

Ein SV-Sprecher gab am Mittwoch kein Kommentar und sagte lediglich, es gebe keine konkreten Verhandlungen. Als möglicher Interessent für die Regionalzeitungen wird in Branchenkreisen aber bereits der Essener WAZ-Konzern gehandelt, der stark im Geschäft mit Regionalzeitungen ist. Der SV ist mit 70 % Mehrheitsgesellschafter der Zeitungsgruppe Hof/Coburg/Suhl, die im strukturschwachen Nordbayern und Südthüringen aktiv ist. Die anderen 30 % sind in Besitz der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, die in den Händen der SPD ist.

Zu der Gruppe gehören unter anderem die "Frankenpost" in Hof (Auflage: 74 000 Exemplare), das "Freie Wort" in Suhl (108 000) und die "Neue Presse" in Coburg (29 000). Dazu kommt eine Beteiligung in Tschechien, sowie zwei kleinere Blätter in Thüringen und Sachsen. Die Regionalzeitungen sind zuletzt zusammen geführt worden, so dass nur ein Gesamtverkauf Sinn macht.

Der SV hat im Geschäftsjahr 2001 tiefrote Zahlen geschrieben und einen Jahresfehlbetrag von 43,9 Mill. Euro gemeldet. Der Umsatz war um 7,5 % auf 808 Mill. Euro zurück gegangen. Seit Anfang des Jahres läuft ein Sparprogramm, dem mindestens 10 % der ursprünglich 5 000 Stellen zum Opfer fallen soll. Für das Geschäftsjahr 2002 wird keine Erholung erwartet. Auch um den Verlags-Bereich Fachinformationen gibt es Spekulationen. Der Chef der SV-Gesellschafterversammlung, Hanns-Jörg Dürrmeier, sagte aber Anfang August, ein Verkauf der Fachinformationen stehe nicht zur Debatte.

Quelle: Handelsblatt

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