Regulierer soll möglichst nicht formal eingeschaltet werden
Mobilfunker nähern sich im Streit um Wechselgebühren an

Ab November kann jeder Mobilfunkkunde in Deutschland seine Handy-Nummer behalten, wenn er zu einem anderen Anbieter wechselt. Bisher konnten sich jedoch die vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 (Viag Interkom) nicht auf die Höhe der Wechselgebühr einigen. Nach den Vorschriften des Telekom-Regulierers darf diese Gebühr nur die Verwaltungskosten abdecken.

dri BERLIN. Die kleinen Netzbetreiber E-Plus und O2 wollen eine eher niedrige Gebühr um die 10 Euro, um den Anbieterwechsel möglichst attraktiv zu gestalten. Die Marktführer T-Mobile und Vodafone, die gemeinsam auf einen Marktanteil von 80 % kommen, wollen hingegen eine möglichst hohe Gebühr durchsetzen, um Abwerbe-Versuche der kleineren Anbieter zu verhindern. Sie forderten zunächst 25 bis 30 Euro.

Inzwischen scheinen sich die Positionen jedoch anzunähern. Zwei Gründe werden dafür genannt: Grundsätzlich sind sich die Netzbetreiber einig, dass der Mobilfunkmarkt auch in Zukunft nicht reguliert werden sollte. Seitens EU-Kommission gibt es jedoch Bestrebungen, Mobilfunkpreise festzusetzen. So verlangen neue Festnetzbetreiber wie Worldcom EU-weit, dass die Mobilfunker künftig nur noch erheblich niedrigere Preise für Verbindungen ins Festnetz kassieren dürfen. Man könne sich nicht gut gegen Regulierung grundsätzlich wehren, dann aber wegen der Wechselgebühr zum Telekom-Regulierer laufen, war im Umfeld von T-Mobile und O2 zu hören.

Als zweiten Grund, den Streit nicht eskalieren zu lasssen, nennen Mobilfunk-Kreise die wahrscheinlich geringe Wechselneigung der Kunden. Bis Ende 2002 laufen nach Analysten-Schätzungen eine Million Handy-Verträge aus. Höchstens 10 % der Kunden sind aber nach Branchenschätzungen überhaupt bereit, den Anbieter zu wechseln. In keinem europäischen Land hat die Möglichkeit, seine Nummer "mitzunehmen", bisher einen Trend zum Anbieterwechsel ausgelöst.

Die anfängliches Euphorie der kleineren Anbieter, Kunden leichter bei T-Mobile und Vodafone abwerben zu können, ist daher bereits einer gewissen Ernüchterung gewichen. Eine harte Linie vertritt nach Handelsblatt-Informationen inzwischen nur noch Vodafone. Im Umfeld der anderen Anbieter wird bereits ein Preis genannt, auf den man sich als Kompromiss einigen können: 18 Euro.

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