Regulierer stellt Verfahren gegen Telekom wegen T-DSL ein
Regulierer akzeptiert Telekom-Preise für DSL

Die Regulierungsbehörde hat das Verfahren gegen die Telekom wegen der Preisgestaltung beim superschnellen Internetzugang T-DSL eingestellt.

ap/hb BONN. Die Behörde erklärte am Mittwoch in Bonn, mit der von der Telekom angekündigten deutlichen Preiserhöhung für T-DSL erschienen die von Wettbewerbern erhobenen Vorwürfe des Preisdumpings nun in einem anderen Licht. «Der Missbrauchsverdacht ist nach Überprüfung auf Grund des erheblich veränderten Sachverhalts nun nicht mehr aufrechtzuerhalten», entschied die Behörde.

Seit Anfang vergangenen Jahres hatten sich Konkurrenten über die Telekom beschwert. Sie befürchteten, dass der Konzern sein Ortsnetzmonopol über Dumping-Preise auf neue Breitband-Anwendungen, das einzig lukrative Festnetzgeschäft der Zukunft, ausdehnen könnte.

Gleichwohl ist die Konkurrenz mit der Entscheidung der Regulierungsbehörde nicht zufrieden. Als "herbe Enttäuschung" haben Wettbewerber der Deutschen Telekom die Einstellung des Missbrauchsverfahrens gegen den Marktführer beim Internetzugang T-DSL bezeichnet. Allein durch die Ankündigung von Preiserhöhungen habe sich die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ruhig stellen lassen, teilte der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekom-Anbieter (Breko) am Mittwoch in Bonn mit.

Auch wenn die Telekom jetzt die DSL-Preise erhöhe, könne dies nicht über die nach wie vor wettbewerbswidrige Tarifgestaltung hinwegtäuschen. "Wieder einmal habe der Regulierer der Telekom nachgegeben und dem Wettbewerb einen Bärendienst erweisen", erklärte Breko-Geschäftsführer Rainer Lüddemann. Die Regulierungsbehörde hatte zuvor mitgeteilt, dass sie das Missbrauchsverfahren wegen des veränderten Sachverhalts eingestellt habe.

Die Telekom hatte Mitte Januar angekündigt, sie werde in mehreren Schritten die monatlichen Grundpreise für den schnellen Internetanschluss per T-DSL um bis zu 31,1 Prozent erhöhen. Sie liegen künftig zwischen 12,99 Euro am ISDN-Standard und am ISDN-Komfort-Anschluss (plus 27,6 Prozent) und 9,99 Euro für das Bündelangebot mit T-ISDN-300 und T-ISDN-xxl (plus 31,1 Prozent) pro Monat. Billiger wird dagegen der Preis für DSL am analogen T-Net-Anschluss von 20,40 auf 19,99 Euro (minus zwei Prozent). Die Preisänderung soll für Neukunden bereits mit Wirkung vom 25. Februar erfolgen, sonst ab 1. Mai.

Zugleich wird auch das einmalige T-DSL-Bereitstellungsentgelt in zwei Schritten erhöht, zum 1. Juli 2002 von jetzt 51,57 Euro auf 74,95 Euro und zum 1. Januar 2003 auf 99,95 Euro. Indirekt war der Anschluss schon zum 1. Januar um etwa 100 Euro teurer geworden, da das zum Betrieb nötige DSL-Modem seither nicht mehr von der Telekom gestellt wird, sondern vom Kunden gekauft werden muss.

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