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Regulierer verkündet Preise für „letzte Meile“

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post verkündet am Donnerstag eine Entscheidung mit weit reichenden Folgen für den noch wenig entwickelten Wettbewerb in den Telefon-Ortsnetzen. Die Bonner Experten setzen die Einmalpreise neu fest, welche die Deutsche Telekom AG erhält, wenn ein Wettbewerber bei ihr den Direktanschluss zum Endkunden mietet, die so genannte letzte Meile.

vwd DÜSSELDORF. In gut informierten Branchenkreisen wird mit einer neuerlichen Absenkung der Entgelte gerechnet. Damit käme der Regulierer den Forderungen der alternativen Anbieter entgegen. Die Telekom hingegen hatte beantragt, die Preise wieder anzuheben.

Die Einmalentgelte waren vom Regulierer bereits im März 2001 befristet für ein Jahr herabgesetzt worden. In der Zwischenzeit wollte die Behörde feststellen, ob Effizienzsteigerungen eingetraten sind, die eine weitere Verringerung erlauben. Dies bezieht sich auf die eine Komponente - das Bereitstellungsentgelt, das Telefongesellschaften ohne Direktzugang zum Endkunden für die Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung der Deutschen Telekom zu zahlen haben.

Für den Branchenverband VATM sind mittlerweise Verbesserungen bei den Abläufen eingetreten, die eine deutliche Entgeltreduzierung nach sich ziehen müssten. Derzeit beträgt der Preis für die einfache Übernahme der Leitung, ohne zusätzliche Schaltarbeiten, rund 92,40 Euro. Er hatte vor der ersten Korrektur durch den Regulierer um etwa 5,5 Prozent höher gelegen.

Neben dem Entgelt für die Anschluss-Bereitstellung gibt es noch eine zweite Komponente, welche die Wettbewerber für überflüssig halten - sie müssen der Telekom nämlich auch ein einmaliges Kündigungsentgeld zahlen, wenn der Endkunde zu ihnen wechselt oder aber zu dem Ex-Monopolisten zurückkehrt. Der Preis beträgt bei der einfachen Kupferdoppelader bislang knapp 38 Euro. Der Regulierer hatte ihn im März 2001 um über ein Viertel gesenkt. Eine völlig Abschaffung des Kündigungsentgeltes werde es nicht geben, verlautete in den Branchenkreisen.

Die Wettbewerber der Telekom wollen möglichst niedrige Preise, da sich ihre Investitionen sonst nicht amortisierten. Sie halten auch den monatlich zu zahlenden Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung für immer noch zu hoch. Der Regulierer hatte ihn seinerzeit befristet auf zwei Jahre um 0,50 auf rund 12,45 Euro gesenkt. Die Grundgebühr, welche die Telekom ihren Endkunden noch bis Ende dieses Monats netto in Rechnung stellt, ist um 1,52 Euro niedriger. Zum 1. Mai hebt das Unternehmen sie um 0,65 Euro an. Im Gegenzug werden Telefonpreise niedriger.

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